134 Mio. Sachschaden: 80-Städte-Studie zum Fahrradklau

(Bild) Fahrraddiebstahl StudieDas Finanz- und Versicherungsportal Geld.de hat Fahrraddiebstähle in 80 deutschen Städten ausgewertet. Demnach steigt die Verbrechensrate immer weiter. Der jährliche Sachschaden liegt nun bei 134 Millionen Euro. Einige Städte sind besonders stark betroffen.

Ein Fahrradschloss ist kaum mehr genug, um den treuen Drahtesel vor Diebstahl zu schützen. Das geht aus der aktuellen 80-Städte-Studie des Finanz- und Versicherungsportals Geld.de hervor. Allein in der Hauptstadt Berlin werden im Schnitt tagtäglich 73 Fahrräder entwendet, wobei das noch als friedlich gelten kann. Deutschlandweit stieg die Zahl der gestohlenen Räder im Vergleich zu 2012 hingegen um knapp 4.000 an. Der deutschlandweite Sachschaden liegt bei mindestens 134 Millionen Euro, da nur etwa zehn Prozent der Fälle aufgeklärt werden können.

Deutsche Hochburgen des Fahrraddiebstahls

Mehr als jedes zweite gestohlene Fahrrad stammt aus den deutschen Großstädten. Nach den aktuellen Zahlen besonders stark betroffen sind die Städte Magdeburg, Cottbus, Münster und Leipzig. In Magdeburg stieg die Zahl der Fahrraddiebstähle von 2012 zu 2013 um 16 Prozent auf 3.829 Fälle pro 100.000 Einwohner. Damit ist die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts nun trauriger Spitzenreiter Deutschlands und liegt 185 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt! Auf Platz zwei der deutschen Klau-Hochburgen bleibt weiterhin Cottbus, wo 1.638 Fahrräder pro 100.000 Einwohner verschwinden. Die zuletzt noch erstplatzierte Stadt Münster verzeichnet leider nur 14 Diebstähle weniger als 2012 und bleibt so weiterhin unter den Top 3 der Pilgerstätten für Fahrraddiebe.

Sicher steht das Rad im Bergischen Land

Die Studie gibt auch Aufschluss darüber, wo das Fahrrad am sichersten steht. So schafft es Remscheid als diebstahlsicherste Stadt auf Platz 1. Im Mittel werden hier 90 Prozent weniger Drahtesel entführt, als in anderen deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Eine weitere sichere Fahrradstadt im Bergischen Land ist Wuppertal. 83 Diebstähle kommen auf 100.000 Einwohner. „Nur“ zwischen 122 bis 275 geklaute Räder sind es in Pforzheim, Wiesbaden, Stuttgart, Heilbronn, Saarbrücken und Würzburg.

Fahrraddiebstahl im Osten immer häufiger

Auffällig sind auch die Zahlen aus dem Osten Deutschlands. In den zehn Städten, die dort von Geld.de untersucht worden sind, wurden im letzten Jahr 3.785 Fahrräder mehr gestohlen, als noch 2012. Die stärkste absolute Zunahme erleidet dabei die sächsische Hauptstadt Dresden mit einem Plus von 1.526 gestohlenen Rädern (38,3 Prozent). Dahinter folgen Potsdam mit 607 (48,3 Prozent) sowie Leipzig mit 435 (7,2 Prozent) entwendeten Fahrrädern. Prozentual gibt es aber auch starke Zunahmen in Städten wie Herne (50,5 Prozent), Hildesheim (50,4 Prozent), Mainz (33,6 Prozent), Bremerhaven (32,5 Prozent), Göttingen (31,1 Prozent), Erfurt (26,1 Prozent), Siegen (25,8 Prozent) und Recklinghausen (25,4 Prozent).

Aufklärungsquote schwankt enorm

Den häufigeren Fällen von Fahrraddiebstahl steht zudem eine heterogene Aufklärungsquote gegenüber. Im Vergleich der Bundesländer schwankt die Quote zwischen 19,5 und 4,0 Prozent. Die beste Aufklärungsquote gibt es in Thüringen. Schlechte Aussichten, sein gestohlenes Fahrrad nochmals zu Gesicht zu bekommen, hat man hingegen in Hamburg (4,4 Prozent), Berlin (4,0 Prozent) und Bremen (6,2 Prozent). – Aber selbst innerhalb der Bundesländer herrscht nochmals große Varianz. Im fränkischen Fürth wird beispielsweise jeder dritte Fahrraddiebstahl aufgeklärt, während man in Mannheim lediglich 2,7 Prozent schafft. Ähnlich miserabel ist die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen in Gelsenkirchen (3,2 Prozent), Halle an der Saale (3,3 Prozent), Bergisch Gladbach (3,5 Prozent) und Düsseldorf (3,8 Prozent).

Hier geht es zu den Ergebnissen der Geld.de-Studie Fahrraddiebstahl vom letzten Jahr.

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