Alexis Tsipras: Wer ist der griechische Ministerpräsident?

iStock_000009378710Small_mit QuellenangabeTsipras hier, Tsipras dort. Der griechische Parteivorsitzender der SYRIZA beherrscht derzeit die Medien wie kaum ein zweiter Politiker. Dabei wird weniger über seine Taten gesprochen, als über sein Auftreten. Blog.Geld.de schaut hinter die Fassade des griechischen Ministerpräsidenten.

In den europäischen Geschichtsbüchern zum Jahre 2015 wird dieser Name eine große Rolle spielen: Tsipras, Alexis Tsipras. Schon im Alter von 16 Jahren begann der Grieche aus dem Athener Stadtviertel Exarchia seine politische Laufbahn (inzwischen ist Tsipras 40), die 2015 ihren Höhepunkt als Ministerpräsident Grichenlands erreicht zu haben scheint. Die Wurzeln liegen in der Kommunistischen Jugend Griechenlands (KNE), einem griechischem Jugendverband der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE). Bei der Parlamentswahl am 25. Januar erhielt er 36,3 Prozent der Stimmen.

Woher stammt Alexis Tsipras?

Der heute so erfolgreiche, wenn auch umstrittene Lichtblick der Politik Griechenlands stammt gebürtig aus Athen. Tsipras wuchs mit zwei Geschwistern auf, absolvierte dann ein Studium zum Bauingenieur und schloss ein Studium in der Stadt- und Raumplanung daran an. Auch beruflich war Tsipras in diesem Gebiet tätig. Inzwischen lebt Alexis Tsipras mit Peristera Baziana zusammen und ist Vater zweier Kinder. Der Familienvater ist also durchaus kein „Wilder“, wie manch Klatschblatt es gerne darstellt.

Will Tsipras die Politik aufmischen?

Zugegeben ist Tsipras Auftreten aber nicht das, was man gemeinhin von Vertretern der Politik gewohnt ist. Aber gerade darin sieht man zumindest in Griechenland das Potenzial: Weg von der gewohnten Regierung, hin zur Veränderung. Das Tsipras damit aneckt, ist dabei vorprogrammiert. Störte man sich eben noch daran, dass er den ungeschriebenen Dresscode der Politik bricht; so erntet Tsipras jetzt Ärger wegen seiner Vorwürfe gegenüber Portugal und Spanien. Tsipras hatte der Regierung von Spanien sowie Portugal am 28. Februar 2015 vorgeworfen, Teil einer Verschwörung gegen die Regierung Griechenlands zu sein. Und auch hier muss man sagen: Der Weg den Tsipras geht, ist und bleibt fraglich, aber das Ergebnis ist keinesfalls ein schlechtes. Die Mitglieder der europäischen Familie reden mehr denn je miteinander. Wir sind gespannt, wohin das noch führt.

Was sind Alexis Tsipras Ziele?

Zu den politischen Zielen von Tsipras gehört „die Rettung Griechenlands“. Auch Bundeskanzlerin Merkel verfolgt dieses Ziel, aber dennoch sind insbesondere die deutsch-griechischen Beziehungen unterkühlt. Während es der deutschen Regierung im Sinne der EU um eine Rettung des gemeinsamen Wirtschaftsraumes geht, will Alexis Tsipras die Rettung wörtlich im Sinne von Griechenland. Dazu muss seine Politik neue Staatseinnahmen ermöglichen, um die Wirtschaft Griechenlands wieder in Gang zu bringen. Ein vielbesprochener Weg ist es hier, die Steuern verlässlicher einzutreiben, als in der Vergangenheit. Das europäische Ziel steht den Plänen von Tsipras jedoch im Wege, denn demnach müsste Griechenland sparen, sparen, sparen. Doch eine Urweißheit der Betriebswirtschaft belegt, dass man erst etwas investieren muss, bevor man erntet. Alexis Tsipras muss daher aus seinem und dem Interesse Griechenlands heraus logischerweise gegen die Pläne der EU rebellieren, ohne das er deshalb gleich anti-europäisch wäre. Aus der Sicht seines Landes scheint es derzeit einfach nur ein logischer Schritt zu sein.

Warum ist Alexis Tsipras so undankbar?

Erstmal die vermeintlichen Rettungsgelder der EU kassiert zu haben, diesen Vorwurf kann man Tsipras bzw. Griechenland ohnehin nicht machen – von Undankbarkeit kann daher keine rede sein. Dankbar ist Tsipras aber trotzdem nicht. Zirka zwei Drittel der Unsummen zur „Rettung Griechenlands“, die zum Großteil aus Deutschland kamen, dienten zur Sicherung der europäischen Banken. Griechenland wurde außenpolitisch also kein Gefallen getan. Auch hierin spiegelt sich, dass es ein europäisches Interesse an der Rettung Griechenlands gibt, was grundlegend nicht mit der Rettung Griechenlands wie Athen sie will übereinstimmt. Bei den einen geht es um die Wirtschaftskraft Europas, wofür Griechenland wichtiger Kunde ist; bei den anderen geht es um den eigenen Staat und seine Zukunft. Das Problem: Tsipras schwört mit seiner Politik den Nachbarn ab, die er dringend zur Erreichung seiner Ziele benötigt oder aber, Griechenland tritt in eine neue „Staatengemeinde“ im weitesten Sinne ein. Und das ist wohl der Punkt, wo sich letztlich die Geister scheiden: Die Politik von Alexis Tsipras provoziert einen Ausstieg aus der EU, der einerseits einen Ausweg für Griechenland darszustellen scheint, aber dennoch keinen denkbaren, auf dem Griechenland überleben wird.

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Eine Antwort zu “Alexis Tsipras: Wer ist der griechische Ministerpräsident?”

  1. Fengler sagt:

    Der Begriff „Hilfe“ und „Rettung“ wird allgemein als „empty phrase“ benutzt. Offen bleibt stets WER wird „gerettet“ und WEM wird „geholfen.

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