Bargeld adé: Zahlen wir bald nur noch mit Plastik?

(foto) Wäre es sinnvoller, das Bargeld abzuschaffen?Eine förmliche Welle der Empörung hat der deutsche Wirtschaftswissenschaftler Peter Bofinger mit seiner Positionierung zur Bargeldabschaffung losgetreten. Denn die Deutschen mögen nun einmal ihr Bargeld. Zudem sehen viele hinter den vermeintlich guten Absichten nur einen Vorwand.

Trotz Kreditkarte, EC-Karte und Co. ist das Bargeld in Deutschland noch immer das meist genutzte und beliebteste Zahlungsmittel. So werden etwa 80 Prozent der Einkäufe bar bezahlt. Doch nun plädiert der Wirtschaftsweise Peter Bofinger dafür, das Bargeld abzuschaffen, worauf es von vielen Seiten teils heftige Kritik hagelte.

Ohne Bargeld gegen Drogenhandel und Schwarzarbeit

Münzen und Geldscheine hält Peter Bofinger, Ökonom und Volkswirtschaftsprofessor an der Universität Würzburg angesichts der technischen Möglichkeiten in der heutigen Zeit für nicht mehr zeitgemäß und bezeichnet sie daher als „Anachronismus“. Darüber hinaus gibt er zu bedenken, dass, wenn das Bargeld wegfiele, die Schwarzarbeits- und Drogenmärkte ausgedörrt werden könnten. Aus diesem Grund hat Bofinger die Bundesregierung dazu angehalten, international für die Bargeldabschaffung zu werben. Rückenwind erhielt er dabei auch vom einstigen Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF) Kenneth Rogoff. Dieser vertritt ebenfalls den Standpunkt, dass Bargeld zu anonym sei und deshalb gern dazu benutzt werde, illegale Transaktionen durchzuführen sowie Steuern zu hinterziehen.

Bargeld abschaffen – Freiheit verlieren?

Viele sehen darin allerdings eine Beschneidung der freiheitlichen Rechte der Bürger unter dem Deckmantel des Kampfes gegen illegale Machenschaften. Schließlich hätten, sollte es kein Bargeld mehr geben, Staatsregierung sowie Banken jederzeit uneingeschränkten Zugriff auf das Geld der Bürger. So könnten Regierungen diese Möglichkeit etwa nutzen, um ihre Schuldenberge in Millionenhöhe abzutragen. Und der Verbraucher kann dabei nur tatenlos zusehen. Außerdem wären Bürger auch nicht mehr vor Bankenpleiten geschützt. Während man sein Geld heute noch aus wackligen Kreditinstituten hinausziehen und es in Form von Münzen und Scheinen unter dem Kopfkissen bunkern kann, wäre dies nicht möglich, weil es schlicht und ergreifend kein Bargeld mehr gäbe. Ganz ähnlich verhält es sich mit Negativzinsen, Sparsteuern und Co.

Bundesbank will Bargeld beibehalten

Doch keine Panik: Sowohl die Bundesregierung als auch die Bundesbank haben nicht die Absicht, das Bargeld abzuschaffen. So äußerte etwa Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dass es seiner Ansicht nach den Bürgern überlassen sein sollte, ob sie mit Bargeld zahlen oder die Kartenzahlung bevorzugen. Carl-Ludwig Thiele, Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank, machte deutlich, dass sich das Institut neutral verhielte und jeder weiterhin so bezahlen können solle, wie er das gern möchte.
Allerdings ist es sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis Finanzexperten das Bargeld erneut annullieren wollen und Regierung sowie Bundesbank mitziehen.

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