Entnehmen Sie Ihre Karte: Der Geldautomat hat Geburtstag

Happy Birthday GeldautomatEr ist einer der treuen Alltagsdiener – der Geldautomat. Heute feiert er Geburtstag. Mancherorts wird er auch Bankautomat genannt, offiziell heißt er aber Geldausgabeautomat. Seit es ihn gibt, müssen Bankkunden nicht mehr so lange ihre Beine in den Bauch stehen. Bis zur heutigen, modernen Version dauerte es jedoch viele Jahre.

Man schrieb das Jahr 1939. Für Europa sollte gerade eine dunkle Ära anbrechen, da konstruierte der Armenier George Luther Simjian den weltweit ersten, funktionierenden Geldautomaten. Er wurde bei der New Yorker City Bank in den Probebetrieb genommen. Von einer bahnbrechenden Erfindung konnte allerdings noch nicht die Rede sein. Es gab zwar keine technischen Probleme, aber die Kundschaft reagierte äußerst skeptisch darauf, das Geld einer Maschine anzuvertrauen. Stattdessen nahm man lieber lange Warteschlangen an den Bankschaltern in Kauf – heute ist es beinah umgedreht.

Vorbehalte gegen den Geldautomaten

Weil man am Tage nicht zwingend auf den Automaten angewiesen war, nutzten lediglich Nachtschwärmer die neue Erfindung. Deshalb gehörten zu den ersten Kunden des Geldautomaten Glücksspieler und Prostituierte. Dies führte wiederum dazu, dass der erste Geldautomat der Welt nach sechs Monaten wieder abgebaut wurde.

1965 kam die Idee des Geldautomaten neu auf. Der Amerikaner Donald Wetzel stand eines Tages in einer langen Warteschlange und war es leid, Zeit zu vergeuden. Mit einem zu dieser Zeit enormen Budget von fünf Millionen Dollar entstand ein neues Gerät, welches bereits per Karte und Geheimnummer funktionierte. 1971 gingen die ersten Prototypen in den Betrieb.

Geldautomaten kommen aus den USA und England

Zeitgleich wurde auch in Europa an einem Geldautomaten getüftelt. Der Schotte John Shepherd-Barron stellte seine Maschine nördlich von London auf. Bei dieser Version gab es jedoch noch keinen Computer und noch keine Karte. Der Geldautomat nahm Schecks entgegen und tauschte diese bis zu maximal zehn Pfund in Bargeld.

Die PIN revolutioniert die bargeldlose Zahlung

Die bis dato gängige Methode mittels einer persönlichen Identifikationsnummer Geld abzuheben wurde 1965 vom britischen Ingenieur James Goodfellow eingeführt. Mehrere Patente dazu ließen ihn ein gutes Leben führen, obwohl die Geldautomaten noch weiterhin mit Skepsis behandelt wurden. Selbst die Kreditinstitute führten sie nur zögerlich ein. Man bemängelte die Sicherheit sowie die Kapazitäten der Geldautomaten.

Der erste Geldautomat in Deutschland

1968 ging dann aber auch in Deutschland ein Geldautomat in den Betrieb. Der bei der Kreissparkasse Tübingen eingerichtete Automat zahlte pro verteilter Lochkarte 100 Deutsche Mark aus. Ab den 1970er Jahren kamen genormte Plastikkarten zum Einsatz, auf denen auch einige Daten in Form von Ausstanzungen gespeichert waren.

Der Siegeszug läuft noch

Mit der wiederum nächsten Generation an Geldautomaten begann letztlich die Ausstattung aller Kreditinstitute. Weiterentwicklungen in der Informatikbranche machten es möglich, den Geldautomaten effizienter zu gestalten. Seither verbreitet sich der Automat rasant und mit seinem Siegeszug steigen auch die Transaktionszahlen. 1981 gab es 22 Geldautomaten in Deutschland, im Jahr darauf bereits über 130. Im Jahre 1984 wurde der 1.000. aufgestellt und 1991 der 10.000. Inzwischen sind es etwa 70.000 Geräte in Deutschland. Und weltweit sind es 1,7 Millionen.

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