Als das Osterei noch Zahlungsmittel war…

(Bild) OstereiAm Sonntag ist es wieder soweit und der Osterhase hoppelt durch frühlingshafte Parkanlagen und Gärten. Schon in der byzantinischen Tiersymbolik verkörperte der Rammler Fruchtbarkeit. Gleichen Bedeutungshintergrund hatten auch Osterlamm und Osterei. Ein Zahlungsmittel war aber nur eines dieser drei Dinge.

Die Wurzeln der heutigen Ostertraditionen reichen weit zurück und gehen über das Christentum hinaus. Ostern, wie wir es heute kennen, nahm dann aber erst im Mittelalter Form an. Vermutlich im 13. Jahrhundert begann man mit dem Färben von Eiern. Die einfachsten Techniken waren jene, in denen das Ei in Zwiebelschale eingelegt wurde, wodurch es sich rot färbte.

Ältestes Osterei von 1230

Es gab aber auch schon Ostereier, die kunstvoll verziert und geschmückt wurden, sodass die Kunst rund um das Osterei über das Malen hinaus ging. Das älteste bekannte Osterei ist dabei für das Jahre 1230 belegt. Über die Jahrhunderte verbreitete sich die Tradition des Eierbemalens weiter. Im 17. Jahrhundert gehört das Basteln von Ostereiern bereits zum Volkssport. Im Barock entstehen dabei besonders kunstvolle Werke.

Das Ei als Zahlungsmittel schwindet

Wie das Osterei seinen Siegeszug als Kunstobjekt feiert, so verliert es im Gegenzug aber eine andere Bedeutung: als Zahlungsmittel. Im Mittelalter wurden bereits Münzen geprägt, die das Ei endgültig ablösten, doch historisch hatte es eine wichtige Bedeutung als „Universalwährung“ inne. Es gab sogar feste Termine, an denen es Zinsen, also Eierzinsen gab. Nicht nach Monaten oder Jahren wurden sie gezahlt, sondern nach Terminen wie Lichtmeß, Fastnacht, Martini oder Georgi. Zu solchen Stichtagen musste das Volk beispielsweise eine bestimmte Anzahl Eier an den Herrn abgeben. Heute ist das Ei als Zahlungsmittel nur noch in einem Sprichwort präsent: „Für ‘nen Appel und ‘nen Ei!“

In diesem Sinne wünscht Blog.Geld.de allen Lesern frohe Ostern und schöne Tage im Kreise der Liebsten!

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