Deutschland gleicht bis 2016 Haushalt aus

Nach einer Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) soll der deutsche Staatshaushalt in fünf Jahren ausgeglichen sein. Unter den sieben wichtigsten Industrieländern werde dies nur noch Kanada gelingen.

Aus dem gestern veröffentlichten „Fiscal Monitor“ geht außerdem hervor, dass viele kleine Länder wieder Haushaltsüberschüsse erwirtschaften werden. Im Euroraum wäre dies Estland (+1,8 Prozent), in der EU Dänemark (+1,2 Prozent) sowie Schweden (+2,0 Prozent) und in ganz Europa die Schweiz (+0,9 Prozent) und Norwegen (+11,2 Prozent). Dies berichtete die Nachrichtenagentur dapd.

Hohe Ausgaben bei Kranken- und Rentenversicherung

Laut der Vorhersage des IWF werde Deutschland schon im nächsten Jahr einen Primärüberschuss von plus 0,5 Prozent erzielen. Rein theoretisch würde die Staatskasse also in den schwarzen Zahlen liegen – wenn sie denn keine Zinsen auf die Altschulden zahlen müsste. Der IWF erwartet, dass die Bruttoverschuldung von 80 Prozent im letzten Jahr auf 71,9 Prozent im Jahr 2016 zurückgehen werde.

Langfristig betrachtet seien die Aussichten aber eher getrübt. Nach Angaben des IWF werden die deutschen Ausgaben für die Rentenversicherung, gemessen am Barwert, zwischen 2010 und 2050 um 34,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zunehmen. Ein ähnliches Szenario zeigt sich auch bei der Krankenversicherung: im gleichen Zeitraum sollen die Ausgaben um 28,1 Prozent steigen.

Schlechte Aussichten

Etwas schlechter sieht es in den USA aus. Dort prognostiziert der IWF für den Zeitraum von 2010 bis 2050 einen Anstieg der Gesundheitsausgaben um 164,5 Prozent des BIP. Die Ausgaben der Rentenversicherung sollen im gleichen Zeitraum „nur“ um 23,9 Prozent steigen.

Bis 2016 soll die Staatsverschuldung von 91,6 Prozent des BIP im vergangenen Jahr auf 111,9 Prozent bis 2016 zunehmen. Jedoch soll das Haushaltsdefizit von 89 Prozent auf 2,3 Prozent zurückgehen.

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