Euro bricht weltweiten Falschgeldrekord

(Bild) FalschgeldBlüten und Falschdrucke des Euro haben 2013 Hochkonjunktur! Noch nie war so viel Falschgeld im Umlauf wie es derzeit der Fall ist. Eine Drittel Million Banknoten hat die Polizei der Bundesbank im ersten Halbjahr bereits übergeben. Verbraucher, die sich nicht über die Sicherheitsmerkmale der Scheine bewusst sind, können sich bei einer Weitergabe strafbar machen.

Ursachen für das Falschgeld

Die Europäische Zentralbank (EZB) bestimmt mit dem Leitzins indirekt wie hoch Sparguthaben in Deutschland verzinst werden und wie günstig Kredite erhältlich sind. Am Donnerstag hat der EZB-Rat beschlossen, den Leitzins im Euroraum trotz endender Rezession weiter auf dem Negativrekord von 0,5 Prozent zu belassen. Dieser Wert liegt weit unter der derzeitigen Inflation von 1,6. Im Sommer lag die Teuerungsrate sogar bei 1,9 Prozent. Das Zinstief kostet alle deutschen Sparer somit still und heimlich Milliardensummen. Allein 2013 werden rund 14 Milliarden der privaten Bankguthaben verloren gehen. Zeitgleich steigen aber die Lebenskosten in beinah allen Bereichen. Vor allem bei den Nahrungsmittelpreisen ist ein rasanter Anstieg zu verzeichnen. Mit mehr als 5,7 Prozent stiegen die Preise für Lebensmittel innerhalb eines Jahres bis zum Juli 2013 so weit, wie seit über vier Jahren nicht mehr. Einige Lebensmittel verteuerten sich sogar um bis zu 30 oder 44 Prozent wie etwa Butter und Kartoffeln. Finanziell schwächer gestellte Verbraucher geraten somit leichter in einen Teufelskreis mit Endstation Schuldenfalle: Das Sparguthaben schwindet, die Lebenskosten steigen und die zeitgleich sehr günstigen Kredite verführen dazu, sich zu verschulden. Auf der Suche nach einem Ausweg erlebt Falschgeld derzeit einen kräftigen Konjunkturschub zur Gefährdung aller.

Euro Falschgeld weit verbreitet

Falschgeld herzustellen oder zu verbreiten, ist in Deutschland ein sehr schweres Verbrechen, dass mit empfindlichen Freiheitsstrafen geahndet wird. Trotz der drohenden Strafen floriert das Geschäft mit den Blüten 2013 aber besonders. Ob mehr Menschen einen illegalen Weg einschlagen, um ihre finanzielle Situation zu verbessern oder aber die schon bestehenden Banden aktiver werden, lässt sich bei der starken Dunkelziffer aber kaum sagen. Offiziell ist hingegen die Zahl von 317.000 gefälschten Euro Banknoten, die von Januar bis Ende Juli 2013 schon beschlagnahmt wurden. Dies ist der höchste Wert, den die Europäische Zentralbank seit langem zu vermelden hat und ein trauriges Ergebnis. Die Konjunktur des Falschgeld liegt damit bei rund 26 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012. Der wirtschaftliche Gesamtschaden beläuft sich bislang auf zirka 16 Millionen. Der Einzelhandel und Verbraucher bleiben in der Regel auf diesem Schaden sitzen. Glück im Unglück ist, dass Geldfälscher vor allem kleine Beträge fälschen, um sie leichter verbreiten zu können. Würden mehr 100 oder 200 Euroscheine kopiert werden, müsste die Schadensziffer deutlich nach oben korrigiert werden, teilt die Bundesbank mit.

Das häufigste Falschgeld

Statistisch werden am meisten kleine Summen des Papiergelds gefälscht. So sind etwa 41 Prozent des deutschen Falschgeld 20er- und 39 Prozent 50er Scheine. Der 5er scheint hingegen nicht der Mühe wert zu sein, denn um authentisches Falschgeld herzustellen, bedarf es sehr großer Anstrengung. Außerdem bekam der kleinste Euroschein von 5 Euro im Mai diesen Jahres ein neues Gewand und wurde um viele Sicherheitsmerkmale verbessert. Allerdings ist auch zu vermelden, dass sich Geldfälscher bereits am neuen Design versuchen. Die Hoffnungen der EZB, mit neuen Euroscheinen die Lage zu verbessern, dürften dadurch gedämpft werden. Mutmaßungen gehen sogar dahin, dass die Maßnahme einer neu aufgelegten Währung Mitschuld an der derzeitigen Blütenflut trägt. Schon produziertes Falschgeld muss jetzt schnell auf den Markt gebracht werden, so lange es noch nicht von den neuen Geldscheinen zu unterscheiden ist.

Verbreitung von Falschgeld ist strafbar

Die Bundesbank weist ausdrücklich daraufhin, dass aber nicht nur die Herstellung sondern eben auch die Weitergabe von Falschgeld strafbar ist. Auch wer unwissentlich im Besitz von gefälschtem Geld ist, kann Schwierigkeiten bekommen, denn der Besitzer ist in der Nachweispflicht seiner Unschuld und die Behörden müssen zwischen Wahrheit und Lüge entscheiden können. Statistisch gesehen, lauern derzeit in jedem 2.000. deutschen Portmonee Blüten, mit denen man Gefahr läuft, an einer Kasse oder Bank mit Falschgeld gestellt zu werden. So hoch ist die geschätzte pro-Kopf-Verteilung der kursierenden Blüten.

Falschgeld erkennen

Wie erkennt man Falschgeld, ist daher eine nicht unwichtige Frage. Dazu braucht es aber kein Diplom. Grundsätzlich ist jedes Falschgeld ohne weitere Hilfsmittel als solches zu erkennen. Größe, Farbe und Motive sind in der Regel nahezu perfekt imitiert, doch die Sicherheitsmerkmale können bisher nicht ausreichend nachgeahmt werden. Somit entlarvt man Falschgeld, wenn man nicht den Schein als Ganzes, sondern seine Details beachtet. Möchte ein Fremder beispielsweise klein gewechselt bekommen, sollte man nicht scheuen das Papier des getauschten Geldscheins genau zu tasten. Es ist spezieller, robuster Eigenart, wie es vom üblichen Geld bekannt ist. Am Rand des Geldscheins ist zudem ein Regenbogenstreifen, der sogenannte, metallene Sicherheitsfaden eingearbeitet. Weitere Sicherheitsmerkmale sind das Druckrelief, das teilweise erhaben ist; das Wasserzeichen, welches sich gegen das Licht gehalten zeigt sowie ein aufwändiges Hologramm mit einem wechselnden Farbeffekt.

Falschgeld sofort der Polizei melden

Wer meint Falschgeld zu besitzen, sollte sich ohne Befürchtungen bei der Bank, besser aber noch bei der Polizei melden. Das gemeldete Falschgeld geht dann von der Polizei an die Bundesbank, welche die Banknoten vernichtet oder dokumentiert. Einen Anspruch auf Ersatz hat man dabei nicht. Lediglich falsch verdächtigte Banknoten werden erstattet, die betroffenen Scheine jedoch ebenfalls an die Bundesbank weitergegeben. Ein Verstoß gegen die Meldepflicht von Falschgeld gegenüber Bundesbank und Polizei kann selbst in kleinen Fällen zu einer empfindlichen Geldbuße von bis zu 100.000 Euro führen!

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