Hochtief und ACS: scheitert die Übernahme an der BaFin?

In der seit Monaten andauernden Übernahmeschlacht zwischen dem deutschen Baukonzern Hochtief und dem spanischen Konkurrenten ACS könnte sich eine aus deutscher Sicht positive Wendung abzeichnen. Denn anscheinend könnte die Absicht ACS’ Hochtief zu übernehmen, an der deutschen Börsenaufsicht scheitern. So seien den deutschen Kontrolleuren wohl solch erhebliche Bedenken an dem geplanten Geschäft gekommen, dass sie den Antrag womöglich ablehnen könnten. Dies berichtete gestern die Nachrichtenagentur dapd unter Berufung auf den aktuellen Spiegel. Der gab für seine Informationen keine Quellen an.

Bedenken bei der Finanzierung

Bis zuletzt war die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die Prüfung des Übernahmeangebots verantwortlich. Von deren Seite hieß es bislang, dass diese Prüfung noch nicht abgeschlossen sei. Die Frist hierfür läuft am heutigen Tage ab. Damit endet heute auch der Zeitraum, an dem ACS noch Unterlagen oder Erklärungen hätte einreichen können, mit denen eventuell noch positiv hätte überzeugt werden können. Laut Spiegel-Informationen dürfte diese Frist nicht verlängert werden. Das Nachrichtenmagazin berichtet, dass die BaFin Bedenken bei mehreren Punkten des Finanzierungsplans habe. Weiterhin störe die Aufsichtsbehörde, dass der Baudienstleister ACS in Spanien wegen Bilanzfälschung verklagt wurde und, dass die Interessenvertretung von Kleinaktionären, die Aemec, vor einem Gericht in Madrid einen Antrag einreichte, um die bereits beschlossene Kapitalerhöhung für ungültig zu erklären.

Angst vor der Zerschlagung des Unternehmens

Die Kapitalerhöhung in Höhe von sechs Milliarden Euro, was knapp 50 Prozent des Kapitals entspricht, wurde am Freitag den 19. November bei einer Aktionärsversammlung mit einer eindeutigen Mehrheit von 99,5 Prozent beschlossen. Jedoch dürfen die dadurch neu ausgegeben Aktien nur für einen Tausch gegen Hochtief-Papiere verwendet werden. Kritik wurde von Anfang an von Seiten der Aktionärsschützer in Deutschland und Spanien laut, da das Übernahmeangebot keinen Bonus auf den Börsenkurs biete und auch keine Barkomponente enthalte. So erhalten Hochtief-Anteilseigner, die auf den Tausch von fünf Hochtief gegen acht ACS-Aktien eingehen, einen geringeren Gegenwert als sie durch einen Verkauf an der Börse erzielen würden. Der Streit um die Übernahme zieht sich schon über Monate hin. In Essen, im Sitz des Unternehmens, wird befürchtet, dass ACS bei einer geglückten Übernahme das deutsche Unternehmen zerschlagen und zur Sanierung vornehmlich deutsche Beschäftigte entlassen würde.

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