Inflation und Japan-Katastrophe dämpfen Kauflaune

Die steigende Inflationsrate und die Folgen des schweren Erdbebens in Japan machen sich in Deutschland bemerkbar – sie trüben die Kauflust der Bürger.

Wie mehrere Medien berichteten, sagen die Forscher der Nürnberger GfK einen Rückgang ihres Konsumklimaindex um 0,2 auf 5,7 Punkte voraus. „Höhere Preise, die Atomkatastrophe in Japan sowie sich ausweitende politische Unruhen in Nordafrika und Nahost lassen die Rahmenbedingungen für die Konsumenten im Augenblick nicht mehr ganz so rosig erscheinen“, so das Fazit der Experten.

Weniger Konsum

Im April trübte sich das GfK-Konsumklima das erste Mal seit zehn Monaten wieder ein. Analysten gehen für Mai von einem Rückgang des Index auf 5,8 Punkte aus, nachdem in den letzten Wochen die Stimmung in den Chefetagen immer schlechter wurde.

„Auch bei den Verbraucher rücken die Risiken für den Aufschwung immer mehr in den Vordergrund“, wie der GfK-Experte Rolf Bürkl gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters angab. Das überlagere die guten Rahmenbedingungen im Inland, wie etwa die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt. Auch das Konjunkturbarometer ließ im April um 2,2 auf 47,3 Punkte leicht nach.

Anziehende Inflation

Ebenfalls zurück gingen die Einkommenserwartungen der Deutschen. Dies ist nicht zuletzt den gestiegenen Preisen geschuldet. „Rekordstände bei Benzin und Heizöl dämpfen die Kaufkraft der Konsumenten“, erklärten die Autoren des jüngsten GfK-Berichts.

Durch die anziehende Inflation werde ein großer Teil der Lohnzuwächse bei Löhnen und Gehältern wieder aufgezehrt. Zwar liege das Inflationsbarometer mit 35 Punkten um 5,5 Zähler niedriger als noch im März. Jedoch befände sich der Index weit über dem langjährigen Durchschnitt von null Punkten.

Mehr größere Anschaffungen

Eine gute Nachricht ist, dass die Verbraucher aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt weitaus größere Anschaffungen planen. Das entsprechende Barometer lag im April mit 34,2 Punkten nur knapp unter dem Vormonatsniveau. Auch die Angst vor dem Jobverlust wird mit der guten Inlandskonjunktur und den wachsenden Beschäftigungszahlen immer geringer.

Im März diesen Jahres wurden offiziell 3,2 Millionen Arbeitslose registriert. Experten gehen davon aus, dass die Zahl im April auf 3,1 Millionen sinken wird. „Das gibt Planungssicherheit gerade im Hinblick auf größere Anschaffungen und verhindert derzeit ein Abrutschen der Konsumneigung aufgrund steigender Inflationsgefahren“, so die Meinung der GfK-Experten. Jedoch sei damit zu rechnen, dass die anziehende Inflation über kurz oder lang die Bereitschaft zu größeren Käufen dämpfe.

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