Kauflaune: Privater Konsum in Deutschland steigt deutlich

Privater KonsumAlles muss raus! Das scheint derzeit das Motto vieler Deutscher zu sein, die ihr Geld für die schönen Dinge im Leben ausgeben. Der private Konsum ist in Deutschland in 2015 so stark gestiegen, wie zuletzt im Jahr 2000. Auch im Rest Europas lebt man gerne ausschweifend.

Weit verreisen, ausgehen, ein neues Auto – die Deutschen haben es 2015 ganz schön krachen lassen, was ihre Konsumausgaben betrifft. Begünstigt durch die gute Konjunktur gaben sie (inflationsbereinigt) 1,9 Prozent mehr aus als noch 2014, so eine Mitteilung des Statistischen Bundesamtes.

Niedrige Zinsen und geringe Inflation heben Kauflaune

Zu etwas sind die niedrigen Zinsen doch gut. Auch, weil es auf Erspartes kaum noch Rendite gibt, nutzten 2015 viele Deutsche die Gunst der Stunde und gaben ihr Geld lieber aus, statt zu sparen. Zudem werden Käufe auf Pump günstiger, wenn die Zinsen sinken. Auch die geringe Inflation hat ihren Einfluss darauf, dass der private Konsum im vergangenen Jahr so stark gestiegen ist, schließlich gab es fürs Geld noch etwas. Damit dieses zunächst einmal in die eigene Tasche kommt, bedarf es meist einer Erwerbstätigkeit. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, standen im vergangenen Jahr 43 Millionen Deutsche in Lohn und Brot – ein neues Rekordniveau, durch das auch die Kaufkraft steigt. Ohne Bereinigung der Preissteigerungen lagen die privaten Konsumausgaben in den deutschen haushalten sogar um 2,6 Prozent zu. Das entspricht einer Gesamtsumme von 1,63 Billionen Euro an Ausgaben.

Geld für die schönen Dinge im Leben

Gerade für Reisen und Restaurantbesuche wurden in 2015 mehr Ausgaben getätigt – der Konsum stieg in diesem Bereich um 6 Prozent an. Offensichtlich halten die Deutschen nicht mehr ganz so viel vom Sparen und lassen es sich lieber gut gehen. Da sitzt das Geld auch lockerer, wenn eine neue Waschmaschine gebraucht wird, oder das Wohnzimmer nach einer neuen Couch verlangt. 3,4 Prozent mehr wurden im vergangenen Jahr für Haushaltsgeräte und Einrichtungsgegenstände ausgegeben. Obwohl die Strompreise perspektivisch eher steigen werden, kam es bei den Konsumausgaben für die eigene Wohnung, Gas und Wasser sowie Energie nur zu einer Steigerung von 1,1 Prozent. Die Experten vom Statistischen Bundesamt begründen dies mit den Preisrückgängen beim Heizöl.

Europa: Nur einer ist noch freigiebiger

Mit seiner neuen Freude am Geld ausgeben steht Deutschland allerdings nicht alleine da. Der EU-Schnitt der gestiegenen Konsumausgaben liegt mit 2,1 Prozent sogar noch etwas höher als der im Inland. Vorreiter sind die Briten: Sie gaben 2,9 Prozent mehr für ihren privaten Konsum aus als noch in 2014. Hinter Deutschland platzieren sich Frankreich und Italien mit einem Plus von zumindest 1,4 und 0,9 Prozent.

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