Kfz-Versicherung: Wann wird es kritisch mit der Leistung?

Traffic accident and to drivers fightingDie Kfz-Versicherung soll Autohalter und Unfallgegner möglichst umfassend entschädigen und schützen, wenn ein Schaden eintritt. Und normalerweise zahlt die Versicherung auch, sobald ein Haftpflicht- oder ein Kaskoschaden vorkommt. Schwieriger wird es allerdings bei groben Pflichtverletzungen durch den Versicherten. Dann leistet die Kfz-Versicherung unter Umständen nicht oder fordert Regress.

Wie bei jeder Versicherung gibt es in der Kfz-Versicherung Ausschlussgründe, bei denen grundsätzlich kein Versicherungsschutz besteht. Dazu gehören zum Beispiel Vorsatz, außergewöhnliche Ereignisse wie Krieg, Unruhen oder Atomunfälle aber auch Autorennen. Ein weiterer Ausschluss- oder Regressgrund ist grobe Fahrlässigkeit. Hier kommt das Fehlverhalten durch den Versicherten ins Spiel. Grobe Fahrlässigkeit ist zunächst ein unbestimmter Rechtsbegriff, der offen für Interpretationen ist. Aber es gibt Gerichtsentscheidungen, geübte Rechtspraxis und zum Teil auch detailliertere Regelungen in den Verträgen selbst. Hier ein kurzer Überblick über kritische Fälle:

Alkohol am Steuer

Fahren unter Alkoholeinfluss ist immer ein problematischer Punkt. Ab 1,1 Promille besteht absolute Fahruntüchtigkeit und somit grobe Fahrlässigkeit. Die Kasko-Versicherung darf in diesem Fall die Leistung verweigern. Die Kfz-Haftpflicht zahlt zwar auch bei Alkohol, kann aber den Versicherungsnehmer in Regress nehmen. Bei Alkoholfahrten unter 1,1 Promille ist die Versicherung bei Kasko-Schäden zu Leistungskürzungen berechtigt. Im Bereich 0,5 bis 1 Promille erfolgt oft eine pauschale Kürzung um 50 Prozent. Bei Werten bis 0,5 Promille wird geprüft, wie hoch der alkoholbedingte Schuldanteil des Fahrers ist. Es kann dann zu einer entsprechend anteiligen bzw. quotalen Leistungskürzung kommen.

Fahren mit abgelaufenem TÜV

Bei Schäden mit einem Auto ohne gültigen TÜV zahlt die Versicherung zwar normalerweise. Sie prüft aber unter Umständen, ob das Auto nicht in einem einwandfreien technischen Zustand war und der Unfall dadurch mit verursacht wurde. In diesem Fall liegt grobe Fahrlässigkeit vor und Regressforderungen sind möglich.

Autodiebstahl

Wir das Fahrzeug gestohlen, tritt die Kfz-Versicherung grundsätzlich nur ein, wenn ein Kasko-Schutz besteht. Auch hier ist der Versicherungsschutz bei grober Fahrlässigkeit – offene Fenster, steckender Schlüssel – ausgeschlossen. Grundsätzlich nicht mitversichert sind im Auto liegende Gegenstände, die entwendet werden. Wenn der Wagen-Diebstahl nicht sofort polizeilich angezeigt und der Versicherung gemeldet wird, können Schwierigkeiten beim Versicherungsschutz entstehen.

Fahrerflucht

Bei einem Unfall mit Fahrerflucht tritt die Kfz-Haftpflicht zwar ein, kann aber von dem flüchtigen Fahrer Regress (bis 5.000 Euro) fordern. Die Kasko-Versicherung darf die Leistung verweigern. Fahrerflucht liegt auch schon bei Bagatellschäden vor, wenn sich der Fahrer unerlaubt vom Unfallort entfernt.

Wildunfälle

Besteht eine Kasko-Versicherung, sind Schäden am eigenen Fahrzeug durch Wildunfälle versichert. Kritisch kann es werden, wenn der Schaden durch ein (vermeidbares) Ausweichmanöver des Fahrers verursacht wurde. Es kommt auch auf den vereinbarten Versicherungsschutz (Tarif, Teil- oder Vollkasko) an, welche Tier-Zusammenstöße konkret unter den Versicherungsschutz fallen.

Weitere und zusätzliche Infos zu der Frage, wann die Kfz-Versicherung zahlt oder nicht, gibt es bei AllSecur.

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