Meister-Bafög: Bundestag beschließt Verbesserungen

Meister-BafögAngehende Meister haben künftig mehr Geld in der Tasche. Der Bundestag hat eine Reform des Förderinstruments Meister-Bafög beschlossen. Schon während der Ausbildung soll es mehr Unterstützung geben – und am Ende weniger Schulden.

Nicht nur Studenten und Schüler haben Anrecht auf Bafög als Ausbildungsförderung und Alternative zum Studienkredit, auch angehende Handwerksmeister und Fachkräfte können einen Antrag auf staatliches Darlehen stellen. 20 Jahre nach der Einführung der Förderung für Meister, sollen die Förderbeiträge für die berufliche Fortbildung deutlich steigen. So gibt es nicht nur für den persönlichen Lebensunterhalt mehr Geld, auch Lehrgangskosten werden stärker bezuschusst.

Mehr Förderung, weniger Geld zurückzahlen

Wer Meister-Bafög bezieht, muss nach erfolgreich bestandener Prüfung künftig weniger zurückzahlen. Waren es bisher 25 Prozent vom Darlehen, die erlassen wurden, sollen künftig 40 Prozent der Förderung für Prüfungs- und Lehrgangsgebühren nicht zurückgezahlt werden müssen. Für die Kinderbetreuung werden Förderberechtigte ebenfalls mehr Euro in der Tasche haben. Neu ist, dass auch Studien-Abbrecher und Menschen mit einem Bachelor-Abschluss Recht auf Förderung durch das Meister-Bafög haben. Sie durften sich bisher nicht für die Zuschüsse zur Fortbildung nach AFBG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz) bewerben.

Reform des Meister-Bafög längst überfällig

Der Bundestag war sich in der Abstimmung für die Novelle des AFBG einig wie selten, jetzt muss noch der Bundesrat zustimmen. Ab August 2016 sollen Bafög-Berechtigte von den Neuerungen profitieren. So steigen dann auch die monatlichen Sätze von 697 Euro auf 768 Euro.
Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) betonte, wie wichtig es sei, auch die duale Berufsausbildung intensiv zu fördern. Seit Einführung vom Meister-Bafög im Jahr 1996 haben nach Angaben Wankas rund 1,7 Millionen Menschen die Förderung genutzt. Aus der Staatskasse seien dafür bisher 6,9 Milliarden Euro geflossen. SPD und Grüne votierten im Bundestag ebenfalls für die Reform – nur die Linke enthielt sich der Stimme. Deren bildungspolitische Sprecherin, Rosemarie Hein, erklärte, dass die Novelle den Linken angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht weit genug ginge.

Wie kommt das Bafög zu mir?

Wer Meister-Bafög im Rahmen des AFBG beziehen will, muss dazu einen entsprechenden Antrag beim kommunalen Amt für Ausbildungsförderung am eigenen Wohnsitz stellen. Dazu soll es ab 1. August 2016 ein elektronischen Antragsverfahren geben. Voraussetzung für den Bezug der Leistungen ist eine Erstausbildung oder ein Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung. Der angestrebte Abschluss muss über dem Niveau eines Berufsfachabschlusses, einer Facharbeiter-, Gesellen-, oder Gehilfenprüfung liegen. Seit 2009 können sich auch Altenpfleger und Erzieher um den Zuschuss bemühen. Förderungsberechtigte Fortbildungen könnte etwa die zum Bäckermeister, Fachkrankenpfleger oder Bankfachwirt sein.
Wird das Meister-Bafög gewährt, sieht das AFBG vor, dass angehende Meister und Fachkräfte nach der Hälfte der Fortbildung einen Teilnahmenachweisen erbringen müssen. Diesen stellt der Bildungsträger, etwa die Meisterschule, aus.

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