Ölpreis: Wie weit wird er noch sinken?

(foto) Intensive Erdölförderung sorgt für sinkenden ÖlpreisNicht nur die weltweiten Aktienmärkte spielen derzeit verrückt, auch auf dem globalen Ölmarkt geht es heiß her. Der Ölpreis sinkt immer weiter und bringt die großen Erdölförderer in die Bredouille. Die Deutschen wird ein fallender Ölpreis indes freuen.

Seit sechs Jahren ist der Ölpreis zu Beginn der Woche erstmals unter die Marke von 40 Dollar gerutscht. Doch der Ölpreisverfall hat nach Ansicht vieler Experten seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Was des deutschen Verbrauchers Freud ist allerdings des Erdölproduzenten Leid.

Ölpreis auf tiefstem Niveau seit 2009

Ein Blick auf die Ölpreis – Entwicklung der letzten Zeit macht deutlich, dass der Preis für Öl aktuell so niedrig ist wie seit sechs Jahren nicht mehr. So hat etwa die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) am Abend des „Schwarzen Montags“ 2015 an der New Yorker Börse mit 38,24 Dollar je Barrel geschlossen. Zuletzt ging diese im Februar 2009 mit weniger als 40 Dollar aus dem Handel. Auch fiel der Ölpreis für die Nordseesorte Brent an der Londoner Börse auf 42,69 Dollar pro Barrel, womit ebenfalls der tiefste Stand seit dem Jahr 2009 erreicht ist.

Experten rechnen mit weiterem Ölpreis – Verfall

Allerdings sehen Analysten das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Vielmehr geht etwa der Mitarbeiter der Investment-Firma Again Capital, welche auf Rohstoffe spezialisiert ist, John Kilduff davon aus, dass der Ölpreis für die US-Sorte WTI wohl noch weiter absinken werde. Während er bislang eine Grenze bei 35 Dollar je Barrel prognostizierte, rechne er mittlerweile sogar mit 25 Dollar. Ganz ähnlich schätzt dies auch Wagit Alekperow, Chef der russischen Ölgesellschaft Lukoil, ein. Alekperow sieht den Ölpreis ebenfalls auf bis zu 25 Dollar pro Barrel abrutschen.

Niedriger Ölpreis: Wer profitiert und wer verliert

Fällt der Ölpreis derart rasant wie jetzt, wird dies insbesondere für Erdölproduzenten wie Saudi-Arabien sowie die USA zum Problem. Doch derzeit lassen beide Länder das schwarze Gold noch weiter in rauen Mengen fließen, was wiederum den Ölpreis drückt.
Großer Profiteur dieses Trends ist unter anderem die Bundesrepublik Deutschland. Denn nicht nur die deutsche Industrie zieht einen Vorteil aus dem kleinen Ölpreis, indem sie dank geringer Herstellungs- sowie Transportkosten ihre Exportprodukte auf dem Weltmarkt günstiger anbieten kann. Vielmehr lässt ein niedriger Ölpreis die Benzinpreise purzeln – sprich: Die deutschen Autofahrer müssen an der Zapfsäule nicht mehr so tief in die Tasche greifen. Experten gehen davon aus, dass die Benzinpreise schon bald das Niveau vom Januar dieses Jahres erreichen könnten, als der Liter Super E10 knapp 1,24 Euro kostete.

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