Ohne Arbeit krank: Die meisten Medikamente werden Arbeitslosen verschrieben

MedikamenteIm vergangenen Jahr wurden die meisten Medikamente Empfängern von Arbeitslosengeld I verschrieben. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse hervor.

Durchschnittlich Medikamente für ein halbes Jahr

Erwerbstätige in Deutschland bekamen 2010 im Schnitt Medikamente für 182 Tage verschrieben. Das wären Arzneimittel für jeden zweiten Tag. Splittet man die Medikamentenverordnung auf verschiedene Berufsgruppen auf, zeigt sich, dass vor allem in Ordnungs- und Sicherheitsberufen sowie Elektroberufen viele Medikamente verschrieben wurden. Hier wurden Arzneimittel für 197 bzw. 196 Tage im Jahr verordnet. Es folgen Berufstätige in der Metallbranche, der Metallerzeugung und -bearbeitung, die mit Medikamenten für 194 Tage versorgt wurden.

Die wenigsten Medikamente erhielten Beschäftigte im Bereich der Medien- und Geisteswissenschaften. Für 154 Tage gab es hier Medikamente. Auch in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen sowie Sozial- und Erziehungsberufen wurden weniger Arzneimittel als im Bundesdurchschnitt benötigt.

Für Arbeitslose 35 Prozent mehr Medikamente als für Berufstätige

Krasser Ausreißer sind allerdings Arbeitslose. Für ALG I-Bezieher wurden 245 Tagesrationen an Medikamenten ausgegeben. Damit liegen sie knapp 35 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. „Die Daten zeigen, dass Gesundheit nicht nur von den gesundheitlichen Belastungen am Arbeitsplatz abhängt, sondern dass auch mit der Arbeitslosigkeit gesundheitliche Risiken, vor allem im psychischen Bereich, verbunden sind“, erklärt Gudrun Ahlers, Verantwortliche für die TK-Gesundheitsberichtserstattung.

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