Sinkende Sparmoral: Machen wir einen riskanten Fehler?

Sparmoral DeutschlandSparen? Wofür denn? Diese Frage stellen sich die Deutschen zunehmend häufiger. Für mehr als ein Drittel der Bundesbürger ist der Spar-Zug abgefahren. Sie stecken ihr Geld lieber in den Konsum. Doch kann das auf Dauer gut gehen?

Einer repräsentativen Umfrage des Bankkonzerns ING zufolge hat sich das Sparverhalten der Deutschen im vergangenen Jahr deutlich verändert. Viele Bundesbürger sehen einfach keinen Sinn mehr darin, ihr Geld zu sparen. In Zeiten niedriger und häufig schon negativer Zinsen ist das auch kein Wunder. Diese Haltung kann jedoch auch zum Risiko werden.

Sparmoral: Deutschland nur noch im europäischen Mittelfeld

Die mittlerweile schon länger anhaltende Niedrigzinsphase hinterlässt merkliche Spuren bei der Sparmoral der Bundesbürger. So hat laut Umfage etwa ein Viertel der Deutschen sein Sparverhalten aufgrund niedriger Zinsen gewandelt. Der Sparer-Anteil liegt in Deutschland bei 64 Prozent, womit sich die Bundesrepublik europaweit nur noch im Mittelfeld bewegt. Mehr als ein Drittel der Befragten gibt sogar an, über gar keine Ersparnisse zu verfügen. In anderen europäischen Ländern liegt der Anteil der Bürger, die Geld sparen, mittlerweile merklich höher als hierzulande. In Luxemburg etwa sparen 86 Prozent der Menschen, in den Niederlanden sind es 78 Prozent. Selbst Großbritannien und Frankreich liegen mit 72 beziehungsweise 70 Prozent weit über der Bundesrepublik.

Negative Zinsen verschrecken Sparer

Der Grund für die sinkende Sparmoral der Deutschen liegt auf der Hand: Die Europäische Zentralbank (EZB) sorgt mit ihrer Billiggeld-Politik dafür, dass Geldanlagen aktuell kaum noch attraktive Renditen bringen. Daher geben viele Menschen mehr Geld für den Konsum aus, was natürlich ganz im Sinne der EZB ist, deren Plan somit aufzugehen scheint. Immerhin ein Drittel der Bundesbürger mit geschrumpften Ersparnissen gab bei der Befragung an, mit dem Geld diverse Anschaffungen gemacht zu haben. Etwa 26 Prozent der Befragten räumte ein, dass sie ihre Ersparnisse trotz solider Einkommenssituation verringert hätten.
So richtig hat der Spaß für die Deutschen dann ein Ende, wenn es bei Sparanlagen tatsächlich irgendwann zu Negativzinsen kommen sollte. Immerhin 80 Prozent der Bürger würden in einem solchen Fall ihr Sparkonto unverzüglich leer räumen.

Bröckelnde Sparmoral: Welches Risiko besteht?

Die meisten Bürger sehen wohl einfach keinen Sinn darin, ihr Geld in Anlagen zu stecken, die keinerlei Gewinne einfahren. Dennoch gibt es auch Verbraucher, die ihr Geld aus einem bestimmten Grund nicht auf die Bank bringen möchten: Sie befürchten, dass das Geldsystem über kurz oder lang zusammenbrechen könnte. Und da ist es natürlich besser, sein Geld vorher sinnvoller etwa in das Eigenheim investiert zu haben.
Ein Leben ohne Ersparnisse birgt natürlich auch ein Risiko: Was passiert, wenn einmal etwas Unvorhergesehenes passiert? Arbeitslosigkeit oder größere notwendige Anschaffungen können den Spar-Muffel dann schnell dazu bringen, sich irgendwo Geld leihen zu müssen – und das dann wieder teuer bei der Bank?

Letztlich muss natürlich jeder selbst entscheiden, ob er sein Geld sparen oder investieren möchte. Darüber hinaus stellt sich ebenfalls die Frage, wie viele von dem Drittel, das über keine Ersparnisse verfügt, tatsächlich nicht in der Lage sind, Geld zurückzulegen. Diese Antwort bleibt die Umfrage schuldig.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , , ,

Unsere Autoren

Eine Antwort zu “Sinkende Sparmoral: Machen wir einen riskanten Fehler?”

  1. Hartmut sagt:

    Am besten ist es sein Geld zu verleben !!
    evtl. sogar versaufen, und verhuren .
    Wenn Du dann alt und pflegebedürftig bist, gehste zum Sozialamt, und sagst : “ nun verpflegt mich man schön.
    Ich habe nichts mehr.
    Es tut mir leid, aber weg nehmen könnt Ihr mir, jetzt nichts mehr „!

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0