Arbeitsverweigerung: Geld.de Studie zum Blaumachen

(foto) Keine Lust mehr auf Arbeit? - Lieber einen Tag blaumachenDer Arbeitskollege erscheint nicht zur Arbeit, obwohl er am Tag zuvor noch mopsfidel wirkte? Dieses Phänomen ist längst keine Seltenheit. Vielmehr scheint das „Blaumachen“ schon zum Volkssport avanciert zu sein – dies ergab zumindest eine aktuelle Studie vom Finanz- und Versicherungsportal Geld.de.

Wer kennt es nicht? Der Wecker klingelt am frühen Morgen zu einer unchristlichen Zeit, insbesondere im Winter ist es noch dunkel und kalt – kurzum: Man hat einfach keine Lust aufzustehen und auf Arbeit zu gehen. Aber irgendwie schafft es das schlechte Gewissen doch immer wieder, den inneren Schweinehund zu überwinden. Allerdings nicht in jedem Fall, so zeigt eine Geld.de Studie, dass zahlreiche Arbeitnehmer im Winter bewusst eine Krankheit planen.

Umfrage zum Blaumachen: So wurde befragt

In Kooperation mit der Keyfacts Onlineforschung GmbH ließ das Portal Geld.de eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage durchführen, bei welcher insgesamt über 1.000 Arbeitnehmer befragt wurden. Im Anschluss daran wurden die Ergebnisse auf die etwa 31,9 Millionen Berufstätigen in Deutschland hochgerechnet – mit einem verblüffenden Ergebnis. So planen rund 2,1 Millionen Arbeitnehmer, in den Wintermonaten ein paar Tage blauzumachen.

Das bedeutet Blaumachen für die Volkswirtschaft

Für viele ist das Blaumachen ein Kavaliersdelikt, schließlich könne man sich ja mal ein paar Tage Entspannung gönnen. Was vielen dabei allerdings nicht bewusst ist: Der Schaden, der durch das „Krankfeiern“ entsteht, beläuft sich auf stolze 1,4 Milliarden Euro, wie Geld.de zudem kalkulierte. Wenn man hierzu bedenkt, dass in der Hochrechnung etwa 2,5 Millionen Befragte auf die Frage, ob sie beabsichtigen blauzumachen, mit „vielleicht“ antworteten, kann man sich unschwer vorstellen, dass der potentielle Gesamtschaden noch um einiges höher ausfallen könnte.
Interessant scheint darüber hinaus, dass nur etwa 38 Prozent der befragten Frauen blaumachen würden, während die Männer dabei eher weniger Hemmungen haben, denn hier sind es fast zwei Drittel.

Verschiedene Gründe fürs Blaumachen

Die Gründe für das Vortäuschen von Krankheiten gegenüber dem Arbeitgeber sind recht verschieden. Die meisten geben an, dass sie sich im Winter nicht bei Kollegen anstecken möchten. Ebenso räumen zahlreiche Befragte ein, dass sie in den Wintermonaten häufig psychische Probleme bekommen. Ganz ungeniert äußern acht Prozent der befragten Blaumacher, sie feierten krank, um ihrem Arbeitgeber eins auszuwischen.

Ungeachtet der Gründe, die Arbeitnehmer haben, um dem Arbeitsplatz fernzubleiben, steht eines fest: Blaumacher sollten sich am besten nicht von ihrem Arbeitgeber beim „Krankfeiern“ erwischen lassen, denn er hat in einem solchen Fall das Recht, diesen Mitarbeitern fristlos zu kündigen. Dies liegt allerdings im Ermessen des Arbeitgebers, jedoch sollten Angestellte nicht dem Irrtum im Arbeitsrecht verfallen, wonach man erst nach drei Abmahnungen gekündigt werden könne.

Hier geht es zu weiteren Info-Grafiken sowie der kompletten Blaumacher-Studie von Geld.de.

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