Überversicherung kostet unnötig viel Geld

Checkboxen mit StiftVersicherungen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, doch auch beim Versicherungsschutz gilt: Weniger ist manchmal mehr.

Laut Erk Schaarschmidt, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Brandenburg, ist ein Großteil der Deutschen überversichert. Viele schließen Zweit- oder teilweise sogar Drittversicherungen für Schadensfälle ab, die bereits über schon vorhandene Versicherungen abgedeckt sind. Auch andere Experten, wie beispielsweise die Versicherungsexpertin der Verbraucherzentrale in NRW, Elke Weidenbach, können Fälle nennen, in denen Menschen bis zu drei Lebensversicherungen hatten oder zusätzliche Versicherungen für Reisegepäck abgeschlossen haben, obwohl bereits eine Hausratsversicherung bestand.

Deutsche Privathaushalte geben jährlich im Durchschnitt etwa 3.090 Euro für Versicherungen aus; das entspricht rund elf Prozent des Durchschnittseinkommens und überschreitet deutlich ein durchschnittliches Monatsgehalt.

Sinnvoller Versicherungsschutz

Sich richtig zu versichern, ist durchaus eine sinnvolle Investition, solange man sich vorab im Klaren darüber ist, welche Versicherungen tatsächlich notwendig sind und auf welche man getrost verzichten kann. Zum Standardschutz, über den jeder verfügen sollte, gehören beispielsweise eine Kranken- und eine Haftpflichtversicherung, eine Lebensversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Dem Sicherheitsbedürfnis vieler entspricht zwar eine flächendeckende Absicherung für alle Fälle, dennoch ist es bezüglich des Kosten- und voraussichtlichen Nutzenfaktors beim Versicherungsschutz nicht immer sinnvoll, für alle Eventualitäten des Lebens abgesichert zu sein. Experten raten daher abzuwägen, ob eine Summe im Schadensfall nicht mehr aus der Portokasse beglichen werden kann – in diesem Fall wäre eine Versicherung durchaus angemessen.

Anders sieht es jedoch bei eben jenen kleineren Schäden aus, die im Unglücksfalle meist problemlos direkt behoben werden können und derer es demnach keines Versicherungsschutzes bedarf, da die einbezahlte Summe über die Jahre letzten Endes meist höher ausfällt als der eigentliche Schadensfall.

Um die Haushaltskasse also nicht mit unnötigen Ausgaben zu belasten, sollte man sich genauestens über seine Bedürfnisse im Klaren sein und Expertenrat einholen, bevor man eine neue Police abschließt.

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