Unrechtmäßige Erhöhung des Mietpreis

(Bild) MieterhöhungIn Deutschlands Metropolen steigen die Mieten weiter rapide an. Vielerorts ist bezahlbarer Wohnraum inzwischen kaum noch auffindbar. Entsprechend groß ist der Unmut, wenn man mit einer Mieterhöhung konfrontiert wird. Doch aufgepasst: Nicht selten sind die Forderungen der Vermieter unzulässig!

Nach Angaben der Stiftung Warentest wird jedes Jahr rund einer Million deutscher Haushalte eine Mieterhöhung aufgebrummt. Ungefähr ein Drittel davon genügen jedoch nicht den dafür notwendigen inhaltlichen oder formalen Kriterien, erklärt der Deutsche Mieterbund. Durch einen kritischen Check des Ansinnens kann mithin viel Geld gespart werden. Verbraucherschützer raten dazu, die Mieterhöhung oder einen etwaigen Forderungseinzug durch den örtlichen Mietverein oder mit Hilfe einer Rechtsschutzversicherung prüfen zu lassen.

Mietpreiserhöhung kennt drei Gründe

Grundsätzlich gibt es für den Vermieter drei unterschiedliche Anlässe, um an der Mietschraube zu drehen. Die erste Option ist, dass von vornherein im Mietvertrag eine Staffel- oder Indexmiete vereinbart worden ist, die nach einem Jahr um eine vorher festgelegte Summe steigt. Im zweiten Fall muss der Vermieter für eine Wohnwertverbesserung (Aufzug, Balkon) oder eine Energieeinsparung gesorgt haben, welche die Nebenkosten senkt. Über den weniger höheren Mietpreis wird der Vermieter an der Einsparung beteiligt. Er ist auch berechtigt, elf Prozent der Kosten auf die Jahresmiete umzuschlagen. Diese oft unter dem schwammigen Begriff „Modernisierung“ zusammengefassten Maßnahmen stellen aber dennoch einen häufigen Streitpunkt dar. Als dritte Möglichkeit besteht schließlich die Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete, das heißt an die am Wohnort für vergleichbare Wohnungen bereits gezahlte Durchschnittsmiete.

Formale Voraussetzungen der Mieterhöhung

Egal, um welche der drei Varianten es sich handelt, eine Mieterhöhung muss formale und inhaltliche Voraussetzungen erfüllen. Zunächst muss das Verlangen auf schriftlichem Weg gestellt werden. Datum und Unterschrift sind dabei essentieller Bestandteil des Schreibens. Außerdem muss die geforderte Mieterhöhung überprüfbar gerechtfertigt sein. Andernfalls sollte der Mieter die Forderung ignorieren, empfiehlt die Stiftung Warentest. Hinzu kommt die zu beachtende Jahressperrfrist, nach der die Miete frühestens zwölf Monate nach dem letzten Zuwachs angehoben werden darf. Sind die Formalitäten und der Inhalt des Schreibens korrekt, ist die Forderung wirksam. Nun muss der Mieter dem Gesuch zustimmen oder gegebenenfalls Widerspruch einreichen. Drittens kann er aufgrund der Mietpreiserhöhung auch von seinem Kündigungsrecht Gebrauch machen. Beispielsweise verspricht laut aktueller Studie die Immobilienfinanzierung einen besseren Lebensabend.

Über Inkasso-Dienstleister zur Einigung

Kommt es aber zu einer rechtlichen Auseinandersetzung, werden des Öfteren sogenannte Inkasso-Unternehmen eingeschaltet. Solche mit einem profunden Fachwissen ausgestattete Firmen sehen sich als Mittler zwischen zwei streitenden Parteien. Zumeist werden sie vom Vermieter beauftragt, beraten ihn beim Forderungseinzug und zielen auf eine außergerichtliche Einigung ab. Viele seriöse Inkasso-Dienstleister bieten darüber hinaus eine Bonitätsprüfung an, um das Risiko von Zahlungsstörungen bereits im Vorfeld zu minimieren. In diesem Zusammenhang ist die allgemeine Verjährungsfrist für zivilrechtliche Ansprüche zu erwähnen. Sie beträgt gemäß § 195 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) drei Jahre und ist auch für die Ansprüche in laufenden Mietverhältnissen anzuwenden. Offene Forderungen verfallen demnach nach 36 Monaten.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , , , ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0