Ausgespielt: Verbraucher misstrauen Banken

(Bild) Vertrauen zur BankDie Finanzkrise zeigt deutliche Spuren: Eine Studie der Universität Bochum und des Deutschen Aktieninstituts zeigt, dass das Vertrauen der Bundesbürger in die Banken die letzten fünf Jahre stark gesunken ist.

2009 vertrauten noch 39 Prozent der befragten Bundesbürger ihrer Bank und hielten die Vertrauenswürdigkeit ihres Beraters für hoch bis sehr hoch. Aktuell tun dies nur noch 27 Prozent der befragten Privatanleger. Besonders die Angst, dass sich die Banken auf Kosten ihrer Kunden bereichern könnten, ist derzeit stark ausgebreitet. Dies kommt allerdings nicht von ungefähr: Zahlreiche Kleinanleger verloren in der Finanzkrise aufgrund einer falschen Beratung durch ihren Bankberater viel Geld. Oftmals wurden ihnen zu riskante und hochkomplexe Wertpapiere verkauft.

Banken mit kleinerer Produktauswahl

Weiterhin sind viele Anleger von den Formalien genervt, die infolge der Finanzkrise eingeführt wurden. Banken müssen seit 2010 bei jeder Anlagenberatung von Privatkunden ein schriftliches Protokoll anfertigen und ihm dieses aushändigen. Durch diesen bürokratischen Aufwand und den zusätzlichen Kosten werden Bankkunden seitdem vorrangig Anlagen empfohlen, die kein Beratungsprotokoll erfordern. Diese sind in der Regel die eigenen Standardprodukte der Banken. Die eingeschränkte Produktauswahl diverser Banken hat viele Privatanleger verärgert. Alleine innerhalb eines halben Jahres nach der Einführung dieser Regelung wurden mehr als 7000 Beschwerden von Privatkunden über Anlageberater von Sparkassen und Banken bei der Finanzaufsicht BaFin eingereicht.

Aktien sind aber wieder gefragt

Infolge der Krise hatten viele Kleinanleger auf Aktien verzichten. Mit steigenden Kurszahlen nahm jedoch in den letzten Jahren auch die Zahl der Aktionäre wieder zu. 2013 stieg diese auf 4,9 Millionen – dem höchsten Wert seit rund zehn Jahren. Aktuell sind besonders die Aktien der Commerzbank gefragt. Diese legten Mitte Februar 2014 um 4,1 Prozent zu und haben damit den höchsten Wert seit zwei Jahren erreicht. Obwohl das Geldinstitut mit hohen Kosten aufgrund eines eingeleiteten Konzernanbaus und mit Verlusten beim beschleunigten Abbau von problematischen Anlagen zu kämpfen hatte, konnte es im vergangenen Jahr einen Überschuss erwirtschaften. Dadurch hat es die Commerzbank wieder in die schwarzen Zahlen geschafft.

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