Verkehrsvergehen im Urlaubsland können teuer werden

Verkehrssünden im Ausland können teuer werdenSeit Herbst 2010 werden deutsche Behörden auch bei Knöllchen aus dem EU-Ausland tätig. Das kann für Autofahrer, die im Urlaub falsch geparkt haben oder mit dem Handy am Steuer erwischt wurden, richtig teuer werden. Die Strafen für solche Vergehen sind teilweise viel höher als in Deutschland.

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, sollte sich vorher mit den geltenden Vorschriften im Urlaubsland auseinandersetzen. Norwegen beispielsweise verbietet das Rauchen am Steuer, Schweden schreibt vor, dass ein Auto nur fünf Tage an der gleichen öffentlichen Stelle parken darf. Auch in Bezug auf Alkohol gibt es unterschiedliche Vorschriften. Frankreich schreibt seit Juli 2012 ein Alkohol-Testgerät im Auto vor. Schon eine einfache Pustetüte mit Röhrchen reicht, die ab etwa einem Euro an vielen Tankstellen erhältlich ist. Wer sie vergisst, muss elf Euro Strafe zahlen.

Hohe Strafen für Alkohol und Telefonieren

Autofahrer, die mit mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut erwischt werden, zahlen in Frankreich 750 Euro. In Irland und Polen werden bis zu 1.300 Euro fällig, in Großbritannien sogar bis zu 7.350 Euro. Aufpassen müssen deutsche Autofahrer auch bei den Alkoholgrenzen: Schweden, Norwegen und Polen verhängen ab 0,2 Promille Strafen, in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Kroatien gilt die 0,0-Promille-Grenze.

Auch das Telefonieren am Steuer wird in den meisten Urlaubsländern geahndet, nur Schweden macht eine Ausnahme. In Holland und Italien gelten für das Telefonieren Bußgelder von 150 Euro pro Verstoß, Holland berechnet dafür sogar 220 Euro. In Spanien und Griechenland wird dagegen Überholen trotz eines Überholverbotes besonders teuer bestraft, denn hier werden bis zu 355 Euro fällig. Touristen sollten in Spanien außerdem genau darauf achten, wo sie parken dürfen, denn Parkverstöße kosten dort bis zu 90 Euro.

Bedingungen für ausländische Bußgeldbescheide

Autofahrer, die nach ihrem Urlaub ein Knöllchen aus dem Ausland erreicht und die trotz zweier Mahnungen nicht bezahlen, werden vom Bundesamt für Justiz zur Kasse gebeten. Wie der ADAC informiert, gelten für Bußgeldbescheide aus dem Ausland jedoch einige Regeln. Knöllchen dürfen erst ab einer Höhe von 70 Euro in Deutschland vollstreckt werden. Außerdem muss der Bußgeldbescheid in deutscher Sprache vorliegen, damit der Beschuldigte die Rechtsbehelfsbelehrungen und die ihm zustehenden Rechte (beispielsweise zum Einspruch) verstehen kann.

Genau dies ist jedoch laut dem ADAC das Problem vieler ausländischer Bußgeldbescheide: Nur Holland verschickt bislang konsequent deutschsprachige Knöllchen an sündige deutsche Autofahrer. Viele andere EU-Staaten dagegen versenden Bußgeldbescheide viel zu oft noch in ihrer Landessprache.

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