Was steckt hinter dem Wertverfall des Euro?

(foto) Hilft der Rettungsring dem Euro noch?In der letzten Zeit rutschte der Euro-Kurs immer weiter schier ins Bodenlose. Nun ist es soweit: Die Einheitswährung kostet derart wenig wie schon seit beinahe zwei Jahren nicht mehr. EZB-Chef Mario Draghi kann sich dafür wohl getrost auf die Schulter klopfen, sein Zwischenziel ist damit erreicht. Doch viele fragen sich zurecht, was die EZB damit bezweckt und welche Dimensionen der Wertverfall des Euro noch annehmen soll.

Am gestrigen Donnerstag markierten die Euro-Notierungen einen Tiefpunkt von 1,2687 US- Dollar, womit der Euro auf dem niedrigsten Stand seit beinahe zwei Jahren angekommen ist. Damit zeigen die geldpolitischen Maßnahmen der EZB nun ihre gewünschte Wirkung.

Wertverfall soll Inflation anheizen

Bereits Ende des vergangenen Jahres wurde ein neues Rekordtief für den Leitzins proklamiert, als die EZB diesen auf 0,25 Prozent absenkte. Seitdem jagt rein Rekordtief das nächste, aktuell liegt der Leitzins bei mickrigen 0,05 Prozentpunkten. Der Grund für diese drastischen Maßnahmen: Der Euro soll mit aller Macht geschwächt werden. Denn EZB-Chef Mario Draghi deutete an, dass die starke Einheitswährung für den Deflationstrend in Europa mitverantwortlich sei. Ein schwacher Euro soll nun also die Preise befeuern, da die Bürger der Euro-Länder folglich für importierte Waren tiefer in die Tasche greifen müssen. Darüber hinaus soll die Kreditvergabe im Euro-Raum angeregt werden. Unterirdische Zinsen befördern die Vergabe von Krediten, da das Sparen gleichzeitig weniger lohnenswert wird.
Tatsächlich zeigt sich mit dem Wertverfall des Euro dieser gewünschte Effekt. So ist der Euro-Wert seit Mai gegenüber dem Dollar um fast zehn Prozentpunkte gefallen.

Deutsche bezahlen für drastischen Wertverfall

Ein netter Nebeneffekt, den der Wertverfall der Einheitswährung mit sich gebracht hat, war die Tatsache, dass die kränkelnden Volkswirtschaften im Euro-Raum dadurch auf den Weltmärkten erneut an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen konnten. So ergab ein kürzlich dargebrachter Weltvermögensbericht der Allianz, dass die Niedrigzinspolitik seit dem Jahr 2010 unter anderem die Spanier um 54 Milliarden Euro sowie die Italiener um 39 Millionen entlastet hätte. Auch die Franzosen, Portugiesen und Griechen wurden jeweils um 19, 16 sowie 13 Milliarden Euro entlastet.
Etwas bitter an der Sache ist jedoch: Die privaten Haushalte in Deutschland kostete die EZB-Politik seit 2010 hingegen 23 Milliarden Euro. Deutschland bleibt somit europäisches Zugpferd in vielerlei Hinsicht.

Wertverfall noch nicht zu Ende

Derzeit hegt sich ein starker Pessimismus der Einheitswährung gegenüber. So erwartet beispielsweise die französische BNP, dass der Euro-Kurs auf 1,25 Dollar rutscht. Britische Finanzexperten der Barclays Bank rechnen mit einem Kurs von 1,20 Dollar, wohingegen viele den Wertverfall für 2015 sogar bis 1,15 Dollar sehen. Ein solcher Pessimismus sorgt nicht selten für eine Gegenbewegung an den Kapitalmärkten. Wie sich also der Euro in der nächsten Zeit entwickelt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch schon eines: Die Leidtragenden sind die Verbraucher und werden es immer sein.

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2 Antworten zu “Was steckt hinter dem Wertverfall des Euro?”

  1. Thiele Klaus sagt:

    Es wird Zeit ,den Euro zu verlassen,und jedem Land seine Währung
    zu geben.Wir Deutschen zahlen auf Kosten der wirtschaftlich
    schwachen Länder.Das ist der Dritte Weltkrieg gegen Deutschland mit
    anderen Mitteln.Das Verhalten unserer Regierung ist ein Verbrechen
    an unserem Volk.

  2. Calico Jack sagt:

    andererseits schleppen wir auch Mecklenburg-Vorpommern durch, da kommt es auf die paar Griechen zusätzlich auch nicht mehr an. Ein nettes Urlaubsziel sauber zu halten kostet halt Kohle, das ist doch bekannt. Und schaut man sich die Massnahmen unserer aktuellen Bundesregierung an (CDU: Hotellierrabatt + NIX / CSU: Herdprämie + Maut / SPD: Rente mit 63), dann sollten wir Deutsche lieber den Kopf einziehen und ganz, ganz ruhig sein. Zukunft gestaltet man ganz sicher anders…

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