Mitarbeiter nehmen Stellung: Demontage der Postbank

(Bild) Postbank„Einfach, günstig, sicher.“, wirbt die Postbank, die jahrelang ahnungslose Kunden um ihr Geld gebracht haben soll. Mit der ZDF Sendung „Die Falschberater“ bricht darüber nun ein Skandal aus. Nicht nur dutzende Zeitungen demontieren die Postbank und bringen neue Details ans Tageslicht, sondern auch Mitarbeiter melden sich.

Skandal der deutschen Postbank

Erst im Mai 2010 stand die Postbank scharf in der Kritik, weil sie Angestellten einer zugehörigen Versicherungsfirma Zugriff auf Kontovorgänge gab. Da dieser Vorfall mangelnde Seriosität sowie Respektlosigkeit gegenüber den Kunden bezeugte, war die Postbank an empfindlichen Punkten getroffen. Solche Vergehen können schnell das Aus selbst für große Banken bedeuten. Um so mehr muss die Postbank nun gegenüber den aktuellen Vorwürfen zittern, die das Image der Geschäftsbank mehr belasten denn je.

Postbank beriet angeblich vorsätzlich falsch

Der Postbank, seit längerem im mehrheitlichen Besitz der Deutschen Bank, wird seit einigen Tagen der schwere Vorwurf gemacht, über Jahre hinweg falsche Beratungen gegeben zu haben. Wer beispielsweise an einer sicheren Altersvorsorge interessiert war, bekam äußerst risikoreiche Fonds empfohlen. Teilweise ist der betroffene Kundenstamm daraufhin in die Verschuldung geraten. An einen sicheren Lebensabend ist für viele (ehemalige) Postbank–Kunden nicht mehr zu denken. Zahlreiche Anleger klagen nun deshalb gegen die Postbank und deren Anzahl ist vor allem seit einer Recherche des ZDF sowie den zahlreichen Artikeln in Fachblättern weiter steigend. – Der Druck auf die offenbar unseriöse Postbank wächst immens. Inzwischen äußern sich sogar ehemalige Mitarbeiter, die keine freundlichen Worte finden.

Um jeden Euro für Fonds begeistert

Die deutsche Postbank wirbt im Internet unter anderem mit dem Slogan „Einfach, günstig, sicher.“ Doch viele Deutsche werden derzeit nur darüber lächeln können, was noch die harmloseste Reaktion ist. Auf Facebook hingegen entlädt sich sogar ein regelrechter „Shitstorm“, in dem die Emotionen anscheinend freien Lauf haben. Zu den harmloseren Kommentaren im Web gehören Vergleiche, wie dass die Zukunft von Menschen bei der Postbank jeden kleinsten Euro wert sei oder es von höchster Verlogenheit zeugt, alte Menschen zu betrügen.

„Gute Jagd und fette Beute!“

Aber nicht nur Betroffene und Erschrockene lassen sich über die korrupten Geschäftsmethoden der Postbank aus, sondern auch beteiligte Mitarbeiter belasten die Bank, die bis vor Verbreitung des Skandals zu den beliebtesten Banken 2013 gezählt haben soll. Es ginge nur um das „Verkaufen, verkaufen, verkaufen.“, zitiert die Hamburger Morgenpost einen ehemaligen Anlageberater der Postbank. Dieser weiter: „Was für die Kunden gut ist, interessiert überhaupt nicht!“. Dem Interview zufolge teilte die Postbank ihre Kundschaft intern auch in Typen ein. „A“ stünde demnach für alt und „D“ beispielsweise für doof – zwei beliebte Zielgruppen, bei denen ein positiver Abschluss für die Bank wahrscheinlich ist. Auch seien Kunden unter falschem Vorwand in die Bank bestellt worden, um letztlich aber ein Verkaufsgespräch zu führen.

Macht sich die Postbank strafbar?

Offiziell äußert sich die Postbank zu den Vorfällen nur wortkarg. Es heißt, von einem systematischen Verrat des Kunden, kann keine Rede sein. Doch selbst wenn, wird es schwer sein, der Postbank solch eine interne Einstellung mit rechtlichen Konsequenzen anzulasten. Vielversprechender für alle Kläger sind hingegen die Beratungsprotokolle der Bank, die angeblich manipuliert worden sind. So sollen die Unterlagen nachträglich um vermeintliche Kundeneintragungen ergänzt worden sein. Die Praxis betraf vor allem ältere oder benachteiligte Personen. Ob sich die Betroffenen gegen ihre Bank noch durchsetzen können, wird sich zeigen müssen. Allen anderen Kunden sei unterdessen nochmal ans Herz gelegt, große Vorsicht vor schlechter Anlageberatung walten zu lassen.

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