Nicht sexy: Die Altersvorsorge

(Bild) AltersvorsorgeDie Altersvorsorge steht auf der Kippe. Erschrecken wird das aber niemanden mehr, denn längst ist die desaströse Situation bekannt, die in wenigen Jahren auf die Deutschen zukommt. In der Politik herrscht unterdessen weiterhin relative Ruhe, weshalb Eigeninitiative umso mehr gefragt ist.

Wie die FAZ diese Woche berichtet, müsste ein Deutscher etwa 100 Euro mehr sparen, um seine Altersvorsorge zu sichern. Die angesparte Rente wäre damit aber nicht erledigt, sondern lediglich der Verlust ausgeglichen, der momentan bei jedem Sparer entsteht, weil die Zinsen so gering sind, dass sie den zeitgemäßen Wertverlust des Geldes nicht ausgleichen können. Die Inflation vergrößert die derzeitige Versorgungslücke also weiterhin. Ironie: Das zusätzlich angesparte Geld unterliegt derweil selbst der Inflation. Sparen ist momentan so unsexy, wie lange nicht und dies färbt auch auf die Altersvorsorge ab.

Bundesverband fragt nach Altersvorsorge

Eine Untersuchung des Bundesverbands BVR ergab, dass derzeit lediglich 64 % der Deutschen ihre Sparziele erreichen. Im Vorjahr waren es noch 71 %. Im Durchschnitt ist dabei ein Ziel von 287 Euro pro Monat angesetzt, womit die Rente sowie weitere Ziele der Zukunft abgesichert sein sollen. Erreicht werden im Mittel jedoch nur 180 Euro. Ein Grund dafür sind gewiss die niedrigen Zinsen auf Geldanlagen, andererseits eventuell zu hoch gesetzte Ziele bei den Verbrauchern. Im ersten Fall jedoch, kann es dennoch sinnvoll sein Geld anzulegen. Auch wenn die Inflation nicht ausgeglichen werden kann, wird sie durch Tagesgeld oder Festgeld zumindest gebremst.

Immobilien als Altersvorsorge

Statt auf bewährte Möglichkeiten der privaten Vorsorge zurückzugreifen nutzen immer mehr Sparer Immobilien. Investitionen in Grundstücke oder Häuser bedeuten einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands und sind eine relativ krisensichere Anlage. Vor allem wird mit der aktuell so günstigen Baufinanzierung aber das Zinstief positiv genutzt, denn auch Kreditzinsen sind gering. So baut der Deutsche Staat aktuell auch seine Schulden „wie von selbst“ ab. Verbraucher können es ihm gleich tun. Andreas Martin, Vorstand des Bundesverband BVR, warnt jedoch davor, alle Sparguthaben zu liquidieren. Der Aufschwung des Immobilienmarktes bedeute steigende Immobilienpreise und eine Absicherung im Alter ist existenziell.

Riester-Rente keine Lösung

Der Weg über die Baufinanzierung bleibt trotz Martins Warnung aber attraktiv, wenn man bedenkt, dass auch staatliche Programme wie die Riester-Rente nicht mehr ausreichen, um das sinkende Niveau der gesetzlichen Rente auszugleichen. Laut der Rheinischen Post müssten vier Prozent des Bruttolohns für die private Altersvorsorge genutzt werden, doch mit der Riester-Rente sind es rechnerisch nur ein Prozent. Fazit: Riester schließt die Versorgungslücke um 25 Prozent, will man im Alter seinen heutigen Lebensstandard halten. Das politische Heilskonzept für die Altersvorsorge scheint nach aktuellen Aussichten gescheitert. Kurz vor der Bundestagswahl ist die Frage nach der Sicherung der Rente somit umso brisanter.

Die Parteien zur Altersvorsorge

Die gesetzliche Rente als Altersvorsorge ist ein heißes Thema. Keine Partei will es sich richtig auf die Fahnen schreiben, denn es scheint derzeit kaum lösbar, so groß wie der finanzielle Aufwand ist. Dabei wären die Wählerstimmen doch eigentlich sicher, sollte man meinen. Die CDU antwortet auf Nachfrage jedenfalls, Steuerbelastungen von der Versicherungswirtschaft, also auch von der Rentenversicherung fernzuhalten. –- Schön für die Wirtschaft, unbefriedigend für den Rentennehmer. Die FDP betont derweil nochmals wie wichtig die Rentenversicherung für Menschen im Alter ist. –- Kein Kommentar. Die Grünen wollen sich zumindest für mehr Verbraucherfreundlichkeit, man könnte sagen für Transparenz einsetzen. Den wohl ehrgeizigsten Plan hat aber die SPD, die zunächst den Freiberuflern, Selbstständigen sowie dem Mittelstand helfen will, in dem rechtliche Rahmenbedingungen, so die Partei, verbessert werden sollen. So sollen per Einkommen beispielsweise Rentenanwartschaften erzielt werden, die vor Altersarmut schützen. — Der Weg vom Wahlkampfversprechen bis zum gültigen Gesetz ist allerdings meist lang und auch Empfänger von Hartz IV sehen damit noch keine Zukunft. Die private Vorsorge auf Basis eigener Finanzen ist und bleibt wohl das Los der nächsten Generationen.

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