CDU-Wirtschaftsrat plädiert für Rente mit 70

(foto) Bis zum Alter von 70 Jahren noch arbeiten?Kaum hat die Große Koalition die Rente mit 63 beschlossen, spricht sich der CDU-Wirtschaftsrat dafür aus, Rentnern, die bis zum Alter von 70 Jahren arbeiten möchten, diesen Weg zu eröffnen. Die Forderung der CDU-Politiker an Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles steht, doch wie soll diese konkret umgesetzt werden?

Kaum ein Thema wird in der Bundesrepublik Deutschland derart kontrovers diskutiert, wie die Rente. Während die Sozialdemokraten einen möglichst frühen Renteneintritt auf der Agenda haben, scheint es stellenweise für die Christdemokraten kaum eine Grenze nach oben zu geben. Nun steht schon wieder ein neues Konzept im Raum: Die Rente mit 70.

Wie soll die Rente mit 70 konkret aussehen?

Der Generalsekretär des Wirtschaftsrates Wolfgang Steiger äußerte sich bezüglich der Rente mit 70 gegenüber der „Bild“, dass die 70-Jährigen heutzutage doch noch um einiges fitter seien, als dies vor 20 Jahren der Fall gewesen wäre. Viele, so Steiger weiter, würden auch gern noch arbeiten, weshalb ihnen dies erleichtert werden sollte. Darüber hinaus sollen Arbeitgeber – sozusagen als kleiner Anreiz – denjenigen, die über 65 arbeiten, mit Lohnzuschüssen „belohnen“. Der CDU-Wirtschaftsrat hat dazu auch bereits ganz konkrete Vorstellungen. So planen die Christdemokraten, die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung, welche Arbeitgeber künftig nicht weiter abführen sollen, als Zuschläge auf den Lohn zu geben. Dies sei „ein echtes mehr Netto vom Brutto“.

Rente mit 70 bei CDU schon lange Thema

Bereits im April 2014 äußerte sich EU-Kommissar Günther Oettinger, dass eine Verlängerung der Arbeitszeit in Zukunft unabdingbar sei. Er begründete dies vor allem mit dem derzeitig schon prekären Fachkräftemangel, der eine Rente mit 70 in den nächsten Jahren zur ernsten Thematik machen würde.
Letztlich ist die Rente mit 70 eine fast logische Schlussfolgerung aus einer längeren Lebenserwartung der Menschen sowie eines späteren Berufseinstiegs aufgrund längerer Ausbildungszeiten. Rein rechnerisch ergibt sich aus einem Berufseinstieg mit 25 Jahren (in etwa nach dem Studium) plus 45 Jahre Arbeit eine Rente mit 70. Nichtsdestotrotz werden sich die meisten jungen Leute, die von der Regelung in 40 Jahren betroffen wären, von einer solchen Forderung weniger begeistert zeigen.

Wäre die Rente mit 70 eine gute Lösung?

Unweigerlich hat Nahles Rente ab 63 für Entsetzen gesorgt und so manch einer wird die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben, als das Rentenpaket mit Inkrafttreten zum 1. Juli 2014 verabschiedet wurde. Nicht selten musste sich Nahles Vorwürfe gefallen lassen, nach denen sie mit der Rente ab 63 die Altersarmut in Deutschland schüren würde. Und tatsächlich stellt dieses Rentenpaket dafür die Weichen. Denn schon jetzt, so belegte eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit, gibt es über eine Million berufstätige Rentner, denen aufgrund der geringen Rente ohne zusätzlichen Verdienst die Altersarmut drohen würde. Die Studie hatte ebenso hervorgebracht, dass die meisten Rentner in nicht sozialversicherungspflichtigen Jobs tätig sind, was sie zu „billigen Experten“ macht. Diese würden von Arbeitgebern gern eingestellt, da sie eine große Berufserfahrung für wenig Geld böten. Zumindest dieser skandalösen Tendenz würde eine Rente mit 70 entgegenwirken, denn Arbeitnehmer über 65 würden den Lohn erhalten, der ihnen zusteht – und sogar noch darüber hinaus. Was die Rente mit 70 dann letztlich bedeuten würde und ob sie eine gute Lösung darstellen würde, vermag wohl niemand wirklich zu sagen. In puncto Rente scheint die Politik lieber aus Fehlern lernen zu wollen.

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