Schäuble für Rente mit 70

Rente mit 70Aufgrund der steigenden Lebenserwartung fordert Finanzminister Wolfgang Schäuble die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Viel mehr Sorge bereiten ihm allerdings die Kosten im Gesundheitssystem.

Weil die Deutschen immer älter werden, sollen sie länger arbeiten als bisher. Finanzminister Schäuble tritt dafür ein, dass das Rentenalter an die sich immer weiter nach hinten verschiebende Lebenserwartung angeglichen wird. Neben einer stärkeren Flexibilisierung der Altersgrenze müsse das Erwerbspotenzial erhöht werden, so der Minister. Die sozialen Sicherungssysteme könnten nur stabilisiert werden, wenn man die demografische Entwicklung berücksichtigt, so Schäuble. Viel mehr Gedanken als um die Renten macht sich der Bundesminister für Finanzen jedoch um das Gesundheitssystem. Hier käme etwas auf die Deutschen zu, das sie noch schwer beschäftigen werde. Die damit einhergehende Kostenexplosion dürfe nicht zum Tabu werden. Bei der Pflege sieht es Schäuble genauso. Sofern das 3-Säulen-Modell aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Rentenversicherung beibehalten wird, sieht er keine Gefahr bei der Altersvorsorge, was trotz der Niedrigzinsen gelte.

So sieht es die OECD

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) empfiehlt Deutschland ebenfalls eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Nach der jetzigen Regelung soll es bis 2029 Schritt für Schritt auf 67 Jahre steigen. Würde Deutschland sein Rentensystem nicht reformieren, könnten die Rentenausgaben bis 2060 um wenigstens 2,5 % der wirtschaftlichen Leistung ansteigen, rechnet die OECD vor.

Vorschlag der Jungen Union

Wenn es nach dem Willen der Jungen Union geht, würde ab dem Jahr 2030 das Renteneintrittsalter langsam von 67 auf 70 Jahre angehoben werden. So wird vermieden, dass immer mehr Menschen nicht von ihrer Rente leben können, sagte der JU-Vorsitzende Paul Ziemiak. Nach diesem Modell würde die Rente mit 70 erst im Jahr 2100 eintreten.

Das sagen Kritiker

Diejenigen, die die Anhebung des Renteneintrittsalters ablehnen, bemängeln, dass gerade bei Menschen mit kleinen Einkommen die Lebenserwartung kaum steigen würde. Am Ende würde das darauf hinauslaufen, dass das Rentenproblem dadurch gelöst werde, indem die Leute wegsterben, bevor sie überhaupt von der Rente profitieren können. So sieht es der SPDler Klar Lauterbach. Es gibt aber auch parteiinterne Kritik. Volker Kauder beispielsweise versteht nicht, warum man gerade jetzt, wo erst eine Rentenerhöhung beschlossen worden ist, schon wieder auf dem Thema herumreiten müsse. Im Gegensatz zu Schäuble ist Kauder aber auch nicht für die Staatsfinanzen zuständig. Einen Vorteil hat Schäubles Vorstoß aber: Dadurch, dass er immer wieder mit der Vorsorge „nervt“, bleibt das Thema im Bewusstsein. Da kann man nur hoffen, dass das dazu führt, das irgendwann eine finanzierbare, für alle zufriedenstellende Lösung gefunden wird. Und wenn sie nur auf Zeit ist.

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