Baupreisindex zum Bausparen ausnutzen

Nicht nur eine günstige Baufinanzierung erhalten, sondern damit zum Baubeginn auch auskommen – Das ist der Wunsch vieler Verbraucher, die derzeit den defizitären Sparzinsen entgehen und die niedrigen Kreditzinsen ausnutzen wollen, um eine Baufinanzierung zu planen. Um eine optimale Summe anzustreben, ist der Baupreisindex ein wichtiger Faktor.

Der Baupreisindex gibt allen Bausparern und Immobilieninteressenten aus vielen komplexen Entwicklungen eine leicht verständliche Auskunft darüber, wie viel Geld ihr Bauvorhaben voraussichtlich kostet bzw. wie sehr die Kosten im Verhältnis zur Gegenwart ansteigen werden, bis das Vermögen überhaupt zum Einsatz kommt. Der Baupreisindex dient somit einer gewissen Vorhersage der Baupreise. Damit lässt sich eine gute Baufinanzierung planen, denn andernfalls würde ein zu schwache Finanzierung irgendwann nicht mehr ausreichen, um die Teuerungsrate zu überwinden und eine zu hohe Baufinanzierung würde wiederum unnötige Darlehenszinsen aufwerfen, die ebenfalls belasten. Zielführende Hilfe ist darum der Bausparindex. Das statistische Bundesamt erhebt mit Hilfe der Landesämter alle drei Monate (im Turnus Februar – Mai – August – November)die vorherrschenden Preise in der Immobilienbranche, dem Bauwesen sowie für einzelne Bauleistungen.

Aktueller Baupreisindex

Das Bundesamt berücksichtigt dabei sowohl die Entstehung neuer Hochbauten, als auch den Neubau von Eigenfamilienhäusern, den Tiefbau für Straßen- und Landschaftsanlagen sowie die Restauration von Gebäuden einschließlich Ingenieur und Architekt. Aus den Kosten der einzelnen Projekte lässt sich der jeweilige Baupreisindex berechnen, für welchen aktuell das Ausgangsjahr 2005 mit einer Indexmarke von 100 dient. Die größte Steigerungsrate verzeichnet seit 2005 der Straßenbau, der schon weit über die 125 Punktemarke geklettert ist; gefolgt vom Brückenbau. Der Neubau von Wohnhäusern hat unter den geführten Bauprojekten die schwächste Entwicklung im Baupreisindex. Er liegt im September 2013 bei einem Wert von rund 123. Und zur Prognose: Innerhalb der letzten sieben Jahre stieg der Baupreis für Wohngebäude um bis zu 2,857 Prozent im Jahr. Im Mai 2013 lag die Steigerung bei 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mitte nächsten Jahres könnte der Baupreisindex somit bei zirka 125 Punkten liegen. Einen genauen Wert wird das Statistische Bundesamt das nächste Mal im November 2013 bekannt geben, das übernächste Mal im Februar und Mai 2014.

Interpretation des Bausparindex

Was nützt dieser Wert des Bausparindex nun bei der optimalen, eigenen Baufinanzierung? Zunächst sollte klar sein, dass es sich um einen spekulativen Wert handelt, der die Realität nicht genau wiedergeben kann und auch keineswegs verbindlich ist. Es handelt sich lediglich um einen Richtwert. Aber angenommen er liegt 2014 bei 125 Punkten, würde dies gegenüber 2005 bedeuten, dass eine damalige Investition von 100.000 Euro in eine Immobilie inzwischen um 25 Prozent gewachsen ist; also neun Jahre später 25.000 Euro mehr Wert ist. Im Umkehrschluss sind Bauvorhaben, die auf 2005 terminiert waren, sich aber verzögerten, inzwischen 25 Prozent teurer als vorgesehen.

Einfluss aktueller Inflationsrate

Dies ist ein relativ starker Zuwachs, der sich aktuell dadurch begründet, dass die Teuerungsrate mit 1,9 Prozent sehr hoch ist. Sie fließt indirekt in den Baupreisindex ein. Zeitgleich spielt hier der Leitzins der Europäischen Zentralbank eine Rolle, der die Inflationsrate beeinflusst bzw. darauf reagiert. So sind Kredite aber derzeit umso günstiger. Bausparen lohnt sich jetzt besonders. Die Vergünstigungen werden aber teilweise durch den steigenden Baupreis aufgehoben. Wer jetzt günstig baufinanziert, büßt die Einsparung über die Zeit ein, weil der Baupreis relativ steil steigt. Zum Finanzierungsende wird ein Bauprojekt also deutlich mehr kosten, als zu Beginn der Finanzierung. Somit kann der Bausparindex auch als Maß für das Inflationsgeschehen in der Bauwirtschaft verstanden werden; wobei hier der Begriff Baukostenindex verwendet wird. Für Verbraucher ist aber in erster Linie wichtig zu beobachten, wie stark sich die Preise für eine Bauleistung in den nächsten Jahren entwickeln, um so heute schon eine Baufinanzierung aufzustellen, die sich auch in der Zukunft noch trägt, da man die zukünftigen, statt die aktuellen Preise auf dem Immobilienmarkt berücksichtigt hat.

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