Immobilienfinanzierung bringt besseren Lebensabend

(Bild) ImmobilienfinanzierungSie ist eine dieser Gretchenfragen: Mieten oder Kaufen? Einen neuen Ansatz zur Entscheidungshilfe, ob sich die Immobilienfinanzierung lohnt, bringt jetzt eine Studie. Sie besagt, mit eigener Immobilie bleibt im Ruhestand mehr Geld übrig, als bei gleichaltrigen Mietern.

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf ein neues Rekordtief gesenkt hat und damit auch die Bauzinsentwicklung positiv beeinflusst hat, lohnt die Immobilienfinanzierung nun noch mehr, als die niedrigen Zinsen ohnehin schon versprachen. Hinzu kommen zum Ächzen steigende Mietpreise in den Großstädten sowie mangelhafte Anlagemöglichkeiten. Es scheint, als wäre der Kauf einer Immobilie das einzig Richtige. Doch stimmt das?

Immobilienfinanzierung auf dem Prüfstand

Es gibt Rechner im Internet, mit denen der Kostenaufwand einer Mietimmobilie, mit dem eines Privateigentum verglichen werden kann. Die Gretchenfrage wird hier mathematisch gelöst. Allerdings sind die Angebote zum Bausparen so vielfältig, dass man an Zins, Kredittilgung und Wertentwicklung im Rechner so viel herumprobieren kann, bis das gewünschte Ergebnis erscheint. Spätestens dann ist man so klug, wie zuvor und es heißt erneut: Kauf oder Miete?

Nach der mathematischen Gleichung kommt das Gewissen dran: Die Immobilienfinanzierung ermöglicht ein Leben in den eigenen vier Wänden; ein Leben auf eigenem Territorium. In der Mietwohnung lebt man hingegen unter den Augen des Vermieters. Wie lange kann man damit umgehen? Im Gegenzug nimmt der Vermieter Verantwortung ab und kann sich um die Immobilie kümmern. Er sorgt für Bequemlichkeit und Zeit, in der ein Hauseigentümer mit Instandsetzung beschäftigt ist.

Im Entscheidungsprozess kommt nun die kniffligste Stelle: Entweder man findet weitere, persönliche Gründe zum Für und Wider oder aber man wiederholt den mathematischen Ansatz und beginnt früher oder später vom Neuen damit, die aktuelle Bauzinsentwicklung zu verfolgen. Es gibt jedoch noch einen dritten und zwar empirischen Ansatz, wonach die Immobilienfinanzierung lohnenswerter wirkt.

Korrelation von Immobilieneigentum und Vermögen

Vermögen und das Eigentum einer Immobilie hängen dicht miteinander zusammen. Welcher Gestalt dieser Zusammenhang ist, zeigen Zahlen der Bundesbank. So sollen Immobilieneigentümer mit laufenden Krediten (bspw. einer Immobilienfinanzierung) durchschnittlich über 270.000,- Euro verfügen. Mieter hingegen kommen auf ein mehr als fünfmal kleineres Nettovermögen. Das Empirica Institut und die Bausparkasse LBS haben zudem erhoben, das dieser Vermögensunterschied bis in den Ruhestand anhält. Sprich: Immobilieneigentümer gehen deutlich reicher in den Lebensabend. Zwar steigt der Wert der Immobilie lediglich um drei Prozent pro Jahr, was klar unter anderen Vorsorgemitteln liegt; doch den Ergebnissen der Studie zufolge sind Eigentümer dennoch reicher, weil sparsamer. Es liegt nicht daran, dass sie etwa mehr Geld verdienen würden und sich deshalb auch ein Haus kaufen können. Es liegt daran, dass Sparsamkeit und Eigentumswunsch korrelieren. Sogar wenn man Zins- und Tilgungsbedarf von Eigentümern berücksichtigt, sind Hauseigentümer sparsamer als Mieter. In Ziffern sparen sie 22 Prozent des Einkommens; Mieter hingegen nur acht, weil sie durch die Lebensumstände lernen, Verantwortung zu übertragen, statt selbst zu tragen. Wer eine Immobilienfinanzierung vollzieht, lernt hingegen zu sparen um den Kredit abzustottern. Dieses Verhalten trägt sich fort und nach Ableistung des Darlehens beginnt die Zeit, in der Eigentümer unabhängig vom Hausbesitz deutlich mehr Rücklagen schaffen, als Mieter. Somit wird die derzeit ohnehin günstige Immobilienfinanzierung durch den Zusammenhang von Eigentumserwerb und Vermögen nochmal deutlich attraktiver.

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