Immobilienkredite: Heißt flexibel immer auch teuer?

Bild Flexible ImmobilienkrediteUm sich günstige Zinsen zu sichern, wählen Kunden beim Immobilienkredit oft feste Rückzahlungsbedingungen für einen jahrelangen Zeitraum. Doch wer kann schon von sich behaupten, zu wissen, was in zehn Jahren ist? Flexible Kredite als Antwort auf sich verändernde Lebensbedingungen sind heute oft nicht teurer als andere, wie Stiftung Warentest jetzt feststellt.

Starre Rückzahlungsbedingungen für einen Immobilienkredit geben eine gewisse Sicherheit, doch zeitgemäß sind sie längst nicht mehr. Wer sich die Möglichkeit erhalten will, die Zinsbindung flexibel festzulegen oder Sondertilgungen zu leisten, sollte sich eine Bank mit flexiblen Immobilienkreditangeboten suchen. Denn wie die Stiftung Warentest aktuell berichtet, müssen solche Anbieter nicht zwangsweise teurer sein als jene, die weniger flexible Konditionen haben.

Immobilienkredite mit flexiblen Konditionen

Im Test boten immerhin 48 von insgesamt 79 befragten Kreditinstituten flexible Kreditvarianten an, bei der Kreditnehmer jährlich bis zu 5 Prozent der Kreditsumme durch Sondertilgungen zurückzahlen können. Zudem können Kunden den Zinssatz auch innerhalb der Zinsbindung um bis zu drei Prozentpunkte zu erhöhen, oder zu senken. Besonders erfreulich: Immobilienkredite mit solchen Konditionen sind üblicherweise nicht teurer als andere Kredite mit fester Tilgung. Ein gutes Dutzend Banken und Kreditvermittler boten Varianten mit zehn Jahren Zinsbindung zu weniger als 1 Prozent Zinsen jährlich an. Mit 15 Jahren Zinsbindung waren es ab 1,13 Prozent im Jahr. Doch was bringen flexible Immobilienkredite überhaupt?

Deshalb brauchen Sie einen flexiblen Kredit

Wer einen flexiblen Immobilienkredit aufnimmt, kann von verschiedenen Vorteilen profitieren. Einerseits kann die eigene Kreditbelastung auf ein Minimum herabgesetzt werden, so etwa nach der Geburt eines Kindes oder bei plötzlicher Arbeitslosigkeit des Partners. Bleibt wieder mehr Geld in der Haushaltskasse übrig, kann die Rate wieder erhöht werden. Ein zusätzliches Sondertilgungsrecht ermöglicht es, bei unverhofften Zusatzeinnahmen, diese sofort zur Schuldentilgung einzusetzen. Wer ein Erbe oder eine Leistungsprämie in den Immobilienkredit investiert, verkürzt so sie Kreditlaufzeit und spart sich Zinszahlungen. Wird die Immobilie vor Ablauf der Zinsbindung verkauft, wird für den Kreditnehmer eine geringere Vorfälligkeitsentschädigung fällig als bei einem Kredit mit festgelegter Tilgung. Das Einsparpotenzial liegt bei mehreren Tausend Euro. Testsieger der Anbieter für Immobilienkredite mit zehn Jahren Zinsbindung, sowie möglichem Ratenwechsel und Sondertilgung sind folgende: Creditweb (0,79 p.a. Effektivzins), sowie Enderlein, Hypovereinsbank, Planethyp, Santander Direkt Bank und Targobank (alle mit jeweils 0,81 Prozent).

Kündigungsoption offen halten

Für Kunden, die sich eine gesonderte Kündigungsoption für den Ausstieg aus dem Immobilienkredit offen halten wollen, gibt es ebenfalls passende Immobilienkredite. Kreditnehmer können hier, trotz fester Zinsen, ihre Darlehen nach einer vergleichsweise kurzen Sperrfrist zurückzahlen, ohne dass dafür eine Entschädigung fällig wird. So wird etwa eine Umschuldung wesentlich einfacher, wenn die Zinsen sinken. Doch die Kreditinstitute lassen sich derlei Optionen kosten: Zwischen 0,25 und 0,63 Prozentpunkte Zinsaufschlag werden beim optionalen Kündigungsrecht fällig. Empfehlenswerte Anbieter in diesem Bereich sind laut Finanztest die Volksbank Düsseldorf Neuss (1,41 p.a. Effektivzins), die Münchener Hypothekenbank (1,54 Prozent) und die Commerzbank (1,59 Prozent). Hier sollten Interessierte zunächst durchrechnen, ob sich solche Immobilienkredite für sie persönlich wirklich lohnen.

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