Niedrige Bauzinsen: Darum ist trotzdem Vorsicht geboten

(foto) Die falsche Baufinanzierung kann teuer werdenKaum zuvor war die Baufinanzierung derart attraktiv wie in der heutigen Zeit. Angesichts historisch niedriger Bauzinsen rückt der Traum vom eigenen Heim in immer greifbarere Nähe. Nichtsdestotrotz sollten sich Kauf- und Bauwillige nicht allein von niedrigen Zinsen beeinflussen lassen, auch andere Voraussetzungen müssen gegeben sein.

Oftmals werben Immobilienfirmen und auch Banken mit Bauzinsen von weit weniger als zwei Prozent. Dieses verlockende Angebot für die Baufinanzierung entspricht aber tatsächlich kaum der Realität. Daher sollten sich angehende Bauherren im Vornherein gut über eine Baufinanzierung informieren, um sich von solchen Offerten nicht blenden zu lassen.

Baufinanzierung: Günstigste Bauzinsen bei zwei Prozent

Peter Breitfeld, Mitglied des Bauherrenschutzbundes, weiß, dass mit einem soliden Eigenkapital und einer Zinsbindung von zehn Jahren Bauzinsen in Höhe von 2,2 beziehungsweise 2,3 Prozentpunkten realisierbar sind. Wer natürlich sehr viel eigenes Kapial in seine Baufinanzierung einbringen kann, für den ist ein zweiprozentiges Zinsniveau ebenfalls denkbar. Noch niedrigere Bauzinsen sind zwar nicht unmöglich, jedoch muss dafür wirklich alles stimmen, was bei den meisten Bauherren selten der Fall ist. Daher sollten sie sich bei der Baufinanzierung keinesfalls nur durch den Traumzinssatz blenden lassen.
Wichtiger ist für den Finanzexperten Erk Schaarschmidt eher ein langfristiger Tilgungsplan. Wer beispielsweise ein Baudarlehen mit festem Zins auf 15 oder auch 20 Jahr abschließt, dem bleibt dieser Bauzins sicher. Ebenso besteht die Möglichkeit einer variablen Baufinanzierung, allerdings binden sich Bauherren dann natürlich an den Zinsmarkt. Folglich besteht dann die Gefahr, dass enorme Kosten entstehen, sollten sich die Bauzinsen in Zukunft wieder in die andere Richtung entwickeln.

Später von derzeit günstigen Bauzinsen profitieren

Zwar lassen sich die Banken ein festes Zinsniveau bei der Baufinanzierung gut bezahlen, so können die Bauzinsen bei einer Laufzeit von 20 Jahren schon einmal drei Prozent betragen, dennoch bleibt damit das Risiko gut kalkulierbar.
Schaarschmidt ist darüber hinaus der Ansicht, dass für die Baufinanzierung mindestens 30 Prozent an Eigenkapital vorhanden sein sollte, besser noch 40 Prozent. Darin sollten ebenso die Nebenkosten berücksichtigt werden, die beim Immobilienkauf unverzüglich anfallen, wie die Grunderwerbssteuer, Maklerprovisionen sowie Notargebühren.

Bauverzögerungen mit einkalkulieren

Die Kehrseite von niedrigen Bauzinsen und dem Bauboom seien die derzeitigen Verzögerungen, erklärt Breitfeld. Auch diese Eventualität sollte Berücksichtigung finden, immerhin werden im Verzögerungsfall Bereitstellungszinsen fällig. Diese erhebt die Bank, wenn sich der Bau hinauszieht, sie aber dennoch das Geld bereit halten muss.
Wer momentan also mit dem eigenen Heim liebäugelt, der könnte ein wenig warten müssen, denn die Auftragsbücher der Baufirmen seien gut gefüllt, so Breitfeld weiter.

Daher sollte man die Baufinanzierung nicht nur wegen der günstigen Bauzinsen in Betracht ziehen. Wer vielmehr die entsprechende Zeit einrechnet, genügend Eigenkapitel auf seinem Konto hat und seine Baufinanzierung richtig kalkuliert, der kann sich seinen Traum vom Eigenheim ganz gut erfüllen.

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