Zunehmender Wohnungsleerstand schadet Provinzstädten

(Bild) Wohnungsleerstand und MietpreiserhöhungDer demografische Wandel in Deutschland ist die eine, die Abwanderung junger Leute aus den ländlichen Regionen die viel verheerendere Tendenz. Die Folge: In den prosperierenden Städten steigt der Mietpreis mit wachsender Wohnungsknappheit während die Provinzstädte immer leerer werden – ein nie mehr enden wollender Teufelskreis?

Junge Menschen zieht es in die Großstädte

„Was soll ich denn noch hier auf dem Land?“- eine Frage, die sich der ein oder andere bereits nach dem Schulabschluss stellen muss. In Sachen weiterführende Ausbildung haben die ländlichen Regionen nicht für alle etwas zu bieten. Immer mehr junge Leute schwärmen in die Großstädte, sei es zum Studieren oder einfach, um in der Provinz nicht zu „versauern“. Fakt ist darüber hinaus, dass die wenigsten Abwanderer später wieder in die Heimat zurückkehren. Zu sehr scheint das Großstadtleben dann Teil des Alltags, ja sogar Teil der eigenen Identität zu sein. Dieses Verhalten entbehrt jedweder Kritik, sorgt jedoch dafür, dass der Altersdurchschnitt in den Abwanderungsregionen erheblich ansteigt. Dies hat nicht zuletzt auch Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt.

Wo die Wohnung begehrt ist

Bundesweit sank 2012 die Anzahl leerstehender Wohnungen um weitere etwa 30.000 Einheiten. Gleichzeitig wurden 76.000 neue Etagenwohnungen errichtet. Somit konnte der Leerstandsabbau beinahe 30 Prozent der Wohnungsnachfrage abdecken. Andernfalls wären die Mieterhöhungen in Berlin, Rostock, Münster oder Magdeburg noch sehr viel gravierender zu Buche geschlagen. Schaut man jedoch genauer hin, so wird das Gefälle zwischen Land und Stadt recht deutlich. Während der Leerstand in den Schrumpfungsregionen schon jahrelang erlahmt, fällt dieser in den Wachstumsregionen seit sechs Jahren ab. Im Durchschnitt ist der Wohnungsleerstand in den Provinzstädten wie beispielsweise Hof und Gera mit 8,2 bzw. 12,1 Prozent mindestens doppelt so hoch wie in den wachsenden Regionen. In einigen Städten läuft der Leerstand zudem zurück, so zum Beispiel in der Universitätsstadt Jena an der Saale (minus 6,2 Prozentpunkte) oder Magdeburg (minus drei Prozent). Laut Prognosen von Empirica wird der Wohnungsleerstand in den Wachstumsregionen noch wenigstens bis 2015 weiter sinken. In den schrumpfenden Gebieten soll er sich dagegen in den nächsten zehn Jahren beinahe verdoppeln.

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