Wüstenrotes Wachstum

Der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische will seine guten Ergebnisse im Bauspargeschäft fortsetzen und den Abstand zum Marktführer Schwäbisch Hall verkleinern. Doch der Konkurrent schläft nicht – das beweisen seine aktuellen Geschäftszahlen.

Wie das Handelsblatt berichtete, hat sich das Bausparneugeschäft des Finanzdienstleisters Wüstenrot & Württembergische äußert positiv entwickelt. Konzernchef Alexander Erdland, der kürzlich für 200 Millionen Euro die Bausparkassen Victoria und Allianz Dresdner Bauspar übernommen hatte, sagte gegenüber dem Blatt, dass sich das Neugeschäft im Vergleich zu 2006 fast verdoppelte.

Enormer Mitarbeiterzuwachs

So verdoppelte man in Stuttgart die Mitarbeiter im Ausschließlichkeitsbetrieb auf 6 000 Personen. Weitere 50 000 Vertriebsmitarbeiter kamen durch Zukäufe und Kooperationen hinzu.

Außerdem sei das Bruttoneugschäft über die Hypovereinsbank und Ergo von Januar bis Oktober letzten Jahres um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, wie Erdland gegenüber des Handelsblatts betonte. „Wir werden in den nächsten Jahren das gemeinsame Geschäft solide ausbauen.“

Fehlende Harmonisierung

Jedoch hat die Expansion auch ihre Schattenseiten. so berichteten Mitarbeiter, dass der Vertrieb über die etlichen Kooperationspartner noch „holprig“ verlaufe. Weitere Probleme gebe es mit der IT, da durch die verschiedene Zukäufe noch kein einheitliches Betriebssystem etabliert wurde.

Um diese Probleme zu lösen will Erdland in den kommenden Jahren insgesamt 200 Millionen Euro für IT, Vertriebsschulung und Software ausgeben. Dieser Investitionsbedarf könne sich sogar noch erhöhen, wie der Konzernchef gegenüber des Blatts angab. Trotz allem rechne man mit einem weiteren Gewinnzuwachs. Nachdem dieser im letzten Jahr auf 160 Millionen Euro anstieg, gehe man für 2011 von 180 Millionen aus.

Schwäbisch Hall weiterhin auf Platz 1

Das wüstenrote Ziel den Marktführer der privaten Bausparkassen, Schwäbisch Hall, vom Thron zu stoßen könnte jeder schwerer zu erreichen sein, als bislang geplant. Denn dieser konnte sein Bausparneugeschäft ebenfalls ausbauen: um 13,6 Prozent auf eine Bausparsumme von 28,7 Milliarden Euro.

Dies erklärte der Matthias Metz, Vorstandsvorsitzender von Schwäbisch Hall, am Dienstag in Stuttgart. Auch im Bereich der Baufinanzierung konnte ein Plus von neun Prozent erwirtschaftet werden, womit das Volumen auf 10,8 Milliarden Euro anwuchs. „Während der gesamte Baufinanzierungsmarkt rückläufig war, sind wir deutlich gewachsen“, betonte Metz gegenüber der Nachrichtenagentur ddp.

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