Bausparkassen: Darum kommt nun die BaFin ins Spiel

(foto) Die Bausparkassen müssen rechnenDie niedrigen Zinsen machen wohl jedem zu schaffen. Die Lebensversicherer klagen über den zunehmenden Zinsdruck und auch die Bausparkassen geraten immer mehr in die Bredouille. Damit die deutschen Bausparkassen der momentanen Situation standhalten können, brachte die Bundesregierung die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs- aufsicht (BaFin) ins Spiel. Doch über deren Rettungsmaßnahmen werden sich Verbraucher nicht unbedingt freuen.

Die Bausparkassen befinden sich in einer heiklen Lage, da zahlreiche Bundesbürger immer noch zu hoch verzinste Bausparverträge einzahlen. Teilweise liegen die vereinbarten Zinsen um einiges höher als derzeit an den Kapitalmärkten erwirtschaftet werden kann. Folglich werden die Altverträge häufig zum Minusgeschäft für die Kassen und somit sogar zur Bedrohung ihrer Solvenz.

BaFin soll Bausparkassen überwachen

Auf eine parlamentarische Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen habe die Bundesregierung laut Handelsblatt geantwortet, dass sie die BaFin gebeten hätte, die Bausparkassen zu überwachen sowie gegebenenfalls auch entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Vor allem liege der Fokus hierbei auf der Zahlungsunfähigkeit der Kassen und auf der Entwicklung der Risikosituation, wobei auch die Niedrigzinsphase besonders zu berücksichtigen sei.
Darüber hinaus zielten die Grünen auf die Frage ab, ob die BaFin sich den zahlreichen Kündigungen der Bausparverträge widmet, von denen in der letzten Zeit hunderttausende Bausparkunden betroffen waren. Denn es galt seitens der Regierung noch zu klären, ob die Kündigungen teurer Altverträge überhaupt dazu beitragen, die Solvenz der Bausparkassen zu sichern. Wie aus der Antwort der Bundesregierung hervorgeht, soll die BaFin die Bausparkassen offenbar nicht nur überwachen, sondern auch mit diesen in Dialog treten.

BaFin will Änderung des Bausparkassengesetzes

Die BaFin hatte schon im vergangenen Jahr 2014 zur Lage der Bausparkassen sowie zu den Kündigungen der Bausparverträge Stellung genommen. Damals legte die BaFin den Kassen sogar nahe, die teuren Altverträge zu kündigen, da das Zinsniveau der Bausparverträge damals schon kaum noch die Finanzmarktsituation widerspiegelte. Zudem sprach sich die BaFin gegenüber dem Finanzministerium dafür aus, das Bausparkassengesetz zu ändern, damit entsprechende Vertragsablösungen künftig vereinfacht werden. Die Kündigung eines teuren Altvertrages steht nämlich den Kassen nicht immer einfach zu, weshalb Verbraucherschützer allen gekündigten Bausparern ans Herz legen, dies nicht ohne Widerspruch hinzunehmen.

Bausparvertrag abgelöst: Was tun?

Die Problematik ist, dass nicht allgemein gesagt werden kann, wann eine Kündigung des Bausparvertrags rechtens ist und wann nicht. Dies hängt von vielen Faktoren ab. Wer auf die Kündigung richtig reagieren möchte, der sollte am besten einen Baufinanzierungsexperten beziehungsweise eine Verbraucherzentrale konsultieren. Was Bausparer jedoch keinesfalls machen sollten, ist sich zu einer Umwandlung des lukrativen Altvertrages überreden zu lassen. Denn nicht selten bieten die abgeänderten Verträge dann schlechtere Konditionen. Auch so etwas sollte mit einem entsprechenden Experten geklärt werden.

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