Vermögenswirksame Leistungen: Diese Sparformen lohnen

Bild Vermögenswirksame LeistungenVermögenswirksame Leistungen sind wie Geld, das auf der Straße liegt: Der Arbeitgeber zahlt einen monatlichen Beitrag, wenn der Angestellte ihn anspart. So können viele Mitarbeiter mit Hilfe ihres Unternehmens etwas Geld zurücklegen, in Deutschland sind das rund 20 Millionen.

Doch nur etwa 13 Millionen Verträge wurden laut „Finanztest“ bisher abgeschlossen. Das könnte auch daran liegen, dass die vermögenswirksamen Leistungen (VL) nicht einfach so in die Taschen des Arbeitnehmers fließen – sie unterliegen einigen Regeln. Die vier gängigsten Sparformen für die VL sind der Banksparplan, der Bausparvertrag, die Tilgung eines Baukredits und der Aktienfondssparplan. Nicht für jeden Sparer eignet sich der gleiche Vertrag, wenn auch der Arbeitgeber in der Regel keine konkreten Vorgaben macht. Nur Beschäftigte in der Elektro- und Metallbranche sind darauf festgelegt, ihre vermögenswirksamen Leistungen entweder in die betriebliche Altersvorsorge oder in einen Riester-Vertrag investieren.

Wie funktionieren die vermögenswirksamen Leistungen?

Pro Monat zahlt der Arbeitgeber zwischen 6,95 Euro und 40 Euro an VL aus, das hängt jedoch vom individuellen Tarifvertrag oder der gegebenen Betriebsvereinbarung ab. Jährlich sind so bis zu 480 Euro an Zuschüssen vom Chef möglich. Wer nicht den Höchstbetrag erhält, sollte diesen aus eigener Tasche aufstocken, denn einige Produkte der VL haben Mindestsparbeträge. Nachdem über sechs Jahre eingezahlt wurde, ruht das Geld zwölf weitere Monate. Die Laufzeit von vermögenswirksamen Leistungen beträgt demnach sieben Jahre. Staatliche Zuschüsse gibt es für Geringverdiener (< 17.900 Euro bei Alleinstehenden, <35.8000 bei Ehegatten/Lebenspartnern), wenn das Geld für wohnungswirtschaftliche Zwecke verwendet werden soll. Bei anderen Sparformen liegen die Einkommensgrenzen entsprechend bei 20.000 Euro bzw. 40.000 Euro.

Banksparplan

Der Banksparplan bietet sich für Angestellte an, die weder eine Immobilie besitzen, noch eine erwerben wollen. Mit ihm kann eine Rendite in Höhe von bis zu 3,3 Prozent erzielt werden, allerdings nur bei wenigen Verträgen. Vor allem durch den Schlussbonus rechnet sich diese Form der VL, man sollte die sieben Jahre Laufzeit daher unbedingt auch zu Ende flöten, sonst ist der Bonus dahin.

Bausparvertrag oder Tilgung des Immobilienkredits

Für alle Häuslebauer und Immobilienkäufer machen die vermögenswirksamen Leistungen in Form eines Bausparvertrags oder eines abzuzahlenden Baukredits Sinn. Beim Bausparvertrag winkt nur eine kleine Rendite, diese ist jedoch sicher, deshalb ist das VL-Bausparen auch besonders beliebt. Wer bereits einen Immobilienkredit abbezahlt, kann diesen beschleunigen, indem er die Zulage durch den Arbeitgeber nutzt. Die Rendite für den Mitarbeiter entspricht dann dem Zins des Kredits.

Fondssparplan

VL-Sparpläne auf Aktienfonds können mit etwas Glück eine sehr gute Rendite abwerfen. Allerdings ist der Aktienmarkt eben nur bedingt vorhersehbar und das Sparergebnis damit nicht planbar. Diese Form der vermögenswirksamen Leistungen eignet sich daher nur für Arbeitnehmer, die auch Verluste hinnehmen können. Die Chance auf eine hohe Rendite sollte hier im Vordergrund stehen, denn der sichere Ertrag. Fondssparpläne können zudem als Ergänzung zur Altersvorsorge angelegt werden.

Fazit: Vermögenswirksame Leistungen können von vielen Angestellten bezogen werden, doch nur ein kleiner Teil setzt bisher auf die Zuschüsse vom Chef. Wer auf eine sichere Rendite Wert legt, sollte einen Banksparplan mit fester Rendite in Betracht ziehen. Besonders lohnend sind die VL jedoch für alle, die eine Immobilie erwerben oder selber bauen wollen. Mit einem VL-Bausparvertrag kann so ein kleines Vermögen für das neue Zuhause angespart werden. Aber auch, wer bereits Wohnung oder Haus abbezahlt, kann durch die vermögenswirksamen Leistungen seine Kosten verringern. Wer mutig ist und auf hohe Rendite setzt, für den könnte auch ein Aktienfondssparplan interessant sein. Empfohlen werden hierzu Sparpläne auf börsengehandelte Indexfonds (ETF), bei denen der Sparer möglichst wenig selbst tätig werden muss.

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