Unisex: erste Analyse der Beitragsanpassungen

Die Unisextarife beeinflussen die Beitragsgestaltung.Die Einführung der Unisex-Tarife hatte im Dezember 2012 für einigen Wirbel gesorgt. Für alle ab dem 21. Dezember neu abgeschlossenen Versicherungsverträge dürfen Versicherer nur noch geschlechtsneutrale Tarife berechnen. Welche Auswirkungen das auf die Beiträge hat, untersuchte nun das unabhängige Analysehaus Morgen & Morgen.

Altersvorsorge

Im Bereich der Altersvorsorge bestätigen die Analysten von Morgen & Morgen den Trend, der sich schon im vergangenen Sommer abzeichnete: Männer erhalten seit der Umstellung bei neu abgeschlossen Verträgen für das gleiche Geld tendenziell weniger Rente. Der Grund: Frauen haben eine höhere Lebenserwartung als Männer, das höhere Risiko aufgrund der Langlebigkeit wird nun auf beide Geschlechter verteilt. Bei einem monatlichen Beitrag in Höhe von 200 Euro erhalten Männer bei der fondsgebundenen Basisrente mit Beitragsgarantie im Unisextarif über 5 Euro weniger monatlich garantierte Rente. Bei der klassischen Basisrente beträgt der Verlust sogar mehr als 17 Euro pro Monat, bei der klassischen Rente etwa 21 Euro. Frauen erhalten dank der Unisextarife dagegen mehr Rente. Laut des Morgen & Morgen-Geschäftsführers Stephan Schinnenburg erhalten weibliche Versicherte im Unisextarif monatlich bis zu 16 Euro mehr in der fondsgebundenen Basisrente mit Beitragsgarantie, das Plus bei der klassischen Basisrente beträgt monatlich mehr als 12 Euro. In der klassischen Rente erhalten Frauen im Unisextarif fast 9 Euro mehr pro Monat.

Krankenversicherung

Für die Krankenvollversicherung zahlen Männer seit der Unisexumstellung deutlich höhere Beiträge. Im Gegenzug sind die Beiträge für Frauen jedoch nicht gesunken. Auch in der stationären Zusatzversicherung gibt es laut der Morgen & Morgen-Untersuchung durchschnittlich keine Beitragsreduzierungen, sondern Erhöhungen der Beiträge.

Risikolebensversicherung

In der Risikolebensversicherung sind die Beitragsänderungen für beide Geschlechter am deutlichsten. Das höhere Ablebensrisiko von Männern wird nun auf beide Geschlechter aufgeteilt. Morgen & Morgen rechnete nach und kam zu dem Ergebnis, dass eine Bürokauffrau nun 47 Euro mehr pro Jahr für die Risikolebensversicherung mit 250.000 Euro Versicherungssumme zahlen muss. Eine Bäckerin muss sogar 68 Euro jährlich mehr zahlen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Für Überraschungen sorgen die neuen Tarife in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Morgen & Morgen vermutet, dass sich die Versicherer zum Teil an geschlechtsspezifischen Berufen orientieren. Erwartet wurde, dass die Beiträge nach der Unisexumstellung für das risikoreichere Geschlecht sinken. Doch in einigen Berufen ist das Gegenteil der Fall. In eher männlich geprägten Berufen wie beispielsweise KFZ-Mechatroniker werden von nun an 3 Euro mehr für die Berufsunfähigkeitsrente von 1.500 Euro fällig. Frauen, die als KFZ-Mechatroniker arbeiten, zahlen durchschnittlich mehr als 8 Euro weniger pro Monat.

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