Neue Domainendungen stehen in den Startlöchern

Die internationale Internet-Verwaltungsbehörde ICANN hat den Weg für neue Internetadress-Endungen frei gemacht. Künftig können statt „.com“ oder „.de“ auch ganze Namen gewählt werden.

In Singapur stimmte das Gremium mit großer Mehrheit für die Zulassung neuer Endungen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. „Heute ist endlich der Startschuss für eine neue Ära des Internets gefallen“, erklärte Thomas Rickert vom Verband der deutschen Internetwirtschaft anlässlich des Beschlusses.

„Eine neue Ära des Internets“

Für Unternehmen böten sich nun „ganz neue Chancen der Markenbildung“, so Rickert. Städte und Regionen könnten sich etwa genauere Internetadresse, wie zum Beispiel „www.finanzamt.stadt“, zulegen. Laut Rickert würden so die Inhalte im Internet für den Nutzer viel leichter auffindbar sein.

„Das ist die umfangreichste Änderung bei den Domain-Namen seit der Einfühung von dotcom vor 26 Jahren“, betonte Theo Hnarakis, Leiter der in Kalifornien ansässigen ICANN. Mit dieser Neuerung müssten sich Firmen und andere Organisationen nicht nur auf die bisherigen Endungen wie „.com“, „.net“ oder „.org“ beschränken.

Beantragung ab 12. Januar 2012 möglicht

Experten gehen davon aus, dass vor allem Großkonzerne von dem Angebot Gebrauch machen werden. So biete das neue Namenssystem unter Marketingaspekten „enorme Möglichkeiten“, wie der ICANN-Verwaltungschef Peter Thrush erklärte.

Unternehmen können die Einrichtung ihrer eigenen Top-Level-Domain ab dem 12. Januar 2012 betragen, die Anmeldefrist ende nach 90 Tagen. Dies gab der ICANN-Generaldirekt Rod Beckstrom in Singapur bekannt.

185 000 Dollar

Um seine eigene Domainendung zu erhalten, müssen vorher diverse Kriterien erfüllt und 185 000 Dollar (130 200 Euro) überwiesen werden. Laut Beckstrom könnten die ersten Anträge bereits Ende 2012 bewilligt werden.

So hätten schon knapp 120 Unternehmen oder Gruppen ihr Interesse bei der ICANN bekundet, so Beckstrom weiter. „Darunter sind große Marken, einige große internationale Firmen, Städte, Regionen und andere Gemeinschaften.“

Verhandlungen seit 2005

Der erste Vorschlag zu neuen Adress-Endungen wurde bereits im Jahr 2005 gemacht. Aber erst nach jahrelangen Verhandlungen stimmte die ICANN nun mit großer Mehrheit für den Beschluss.

Viele Vertreter der Organisation befürchteten, dass die neuen Domains das System der Namensgebung im Internet durcheinander bringen könnten. „Die verwirrende Anfangsphase wird kurz sein“, versprach Sébastien Bachollet, Vorstandsmitglied bei ICANN.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0