Festgeld im Ausland: Einlagensicherung auf dem Prüfstand

Bild Sparen: Festgeld im AuslandWeil es in Deutschland kaum noch Zinsen auf Tagesgeld oder Festgeld gibt, wendet sich so mancher Anleger den ausländischen Direktbanken zu. Dort werden Kunden mit vergleichsweise attraktiven Zinsen gelockt. Doch wie sicher ist das Geld bei einer Bank im Ausland?

Für Kreditnehmer ist die aktuelle Zinslage bei den Banken ein Glücksfall, für alle, die ihr Geld gewinnbringend anlegen wollen, kommt sie einem Desaster gleich. Auf das Tagesgeld gibt es kaum noch Zinsen, auf Festgeld nur noch wenig. Nicht verwunderlich, dass viele da einen lukrativen Ausweg suchen und ihn (vermeintlich) bei einer Direktbank im Ausland finden.

Bank im Ausland wirbt mit hohen Zinsen

Bei der Anlage von Festgeld im europäischen Ausland winken je nach Bank 1,5 Prozent oder mehr Zinsen, wenn das Geld auf ein dortiges Konto eingezahlt wird. Doch nicht alle Länder sind gleich sicher, was nicht einmal direkt mit dem jeweiligen Kreditinstitut zusammenhängt. Vielmehr ist die jeweilige gesetzliche Einlagensicherung Grundlage dafür, wie gut das Geld geschützt ist, wenn die Bank Pleite geht. Stiftung Warentest hat deshalb verschiedene Länder hinsichtlich ihrer Vertrauenswürdigkeit in Sachen Einlagensicherung überprüft. Zwar sind die gesetzlichen Vorgaben der EU eindeutig: Im Konkursfall der Bank müssen Sparer mit Festgeld mit mindestens 100.000 Euro geschützt werden. Doch Theorie und Praxis unterscheiden sich bekanntlich und so ist es nach Expertenmeinung auch zweifelhaft ob im Falle einer Bank-Pleite alle Festgeld-Sparer in jedem Land entsprechend entschädigt werden können.

In diesen Ländern liegt das Festgeld nicht sicher

Besondere Warnung hinsichtlich der Geldanlage im europäischen Ausland gilt demnach vor allem in Ländern, die kein Top-Rating (AAA oder AA) aufweisen können. Im wesentlichen sind das etwa Rumänien, Bulgarien und Griechenland, aber auch Italien, Spanien und Portugal, genauso wie Irland und weitere Staaten. Vor allem Angebote aus Ost- und Südeuropa werden demnach für unsicher gehalten. Konkret abgeraten wird bei Stiftung Warentest etwa von den Festgeld-Angeboten der portugiesischen Banco BNI, der Firmbank mit Sitz in Malta, sowie der kroatischen KentBank.

Top-Zinsen, aber keine Top-Ratings

Wer sein Festgeld außerhalb Deutschlands anlegen will, sollte sich der Sicherheit halber auf Länder konzentrieren, die von den Agenturen Fitch, Moody‘s und Standard & Poor‘s Top-Ratings erhalten haben. Dazu gehören Österreich und Frankreich genauso wie Belgien, die Beneluxstaaten, Schweden, Dänemark, Finnland und auch Großbritannien. Letzteres befindet sich wegen des Brexit-Votums jedoch gerade Währungsverfall, weshalb hier Vorsicht geboten ist. Wer bereits Festgeld zu guten Zinsen bei einer britischen Bank angelegt hat, sollte nach Meinung der Verbraucherzentralen noch die Ruhe bewahren und abwarten, sofern er das Geld nicht dringend benötige.

Der Weg zum Festgeld im Ausland

Um eine passende Bank mit guten Zinsen zu finden, empfiehlt sich zunächst ein unabhängiger Festgeld-Vergleich. Aus der Liste der Institute mit Top-Konditionen können Sparer dann selbst auswählen, welche Bank ihnen am vertrauenswürdigsten erscheint. Ein Konto bei einer Direktbank im Ausland zu eröffnen, ist im Übrigen nicht kompliziert. Die erforderlichen Formularen sind auf der Internetseite der Bank hinterlegt. Mit den ausgefüllten Anträgen und dem Personalausweis kann der Sparer in einer Postfiliale durch das Post-Ident-Verfahren seine Identität bestätigen lassen.

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