Lassen sich mit dem Festgeld die negativen Zinsen umgehen?

(foto) Die Zinstalfahrt mit dem Festgeld stoppen?Die Angst vor Strafzinsen sowohl auf das Girokonto als auch auf das Tagesgeld sitzt bei den deutschen Sparern tief. Deshalb rückt das Festgeld bei vielen Bankkunden vermehrt in den Fokus, denn hierbei können sich die Zinsen für die festgelegte Laufzeit nicht ändern. In der derzeitigen finanzpolitischen Situation also genau das richtige – oder nicht?

Zweifelsohne stellt das Tagesgeld aktuell ein heißes Unterfangen dar, immerhin kann jede Bank je nach der allgemeinen Entwicklung des Zinsniveaus die Zinsen darauf nach Belieben korrigieren. Beim Festgeld sieht das anders aus, hier bleibt dem Kunden ein Garantiezins für die gesamte Laufzeit. Ist jedoch die Alternative Festgeld wirklich lohnenswert?

Negative Zinsen aufs Tagesgeld gibt es schon

Der Zinstrend ging in der letzten Zeit stetig in eine Richtung – nämlich nach unten. Seitdem die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang Juni 2014 die negativen Zinsen für Kreditinstitute eingeführt hat, werden die Strafzinsen sukzessive immerhin an Großkunden, wie etwa Unternehmen oder Fonds weitergegeben. Doch vereinzelt sind auch schon private Sparer betroffen, so zum Beispiel die Kunden der thüringischen Skatbank, welche Negativzinsen auf sehr hohe Sparguthaben erhebt. Seit November wird dort auf Beträge ab 500.000 Euro beim Tagesgeldkonto ein 0,25 prozentiger Minuszins fällig. Zwar versichern die Sparkassen sowie Volksbanken bislang noch, dass Privatkunden von den Strafzinsen verschont bleiben, doch sicher kann sich Sparer hierbei wohl nicht mehr sein.

Mit dem Festgeld Strafzinsen vermeiden?

Wem somit das Tagesgeldkonto zu risikoreich erscheint, für den bleibt immerhin noch das Festgeld. Hier ergibt sich nämlich der Vorteil, dass die Zinsen für eine vereinbarte Laufzeit festgeschrieben werden. Folglich können Banken den garantierten Zinssatz aufs Festgeld ungeachtet des allgemeinen Zinsniveaus nicht variieren. Somit ließen sich Strafzinsen ohne weiteres für einen bestimmten Zeitraum vermeiden.
Doch wie bei so vielen Dingen, die perfekt scheinen, gibt es auch hier ein Aber, denn das Festgeld hat ebenso Nachteile. So können Privatanleger während der vereinbarten Laufzeit nicht an ihre Ersparnisse heran, sie sind folglich nicht liquide. Darum sollten sich Sparer vorher genau überlegen, ob sie einen gewissen Geldbetrag in Form von Festgeld anlegen möchten oder ob sie das Geld eventuell in absehbarer Zeit benötigen. Darüber hinaus stellt die Festgeldanlage gewissermaßen eine Wette in die Zukunft dar – nämlich auf weiterhin geringe beziehungsweise fallende Zinsen. Wenn also beispielsweise die Zinsen im nächsten Jahr wieder ansteigen, dann wäre eine Anlage in Festgeld für zwei Jahre äußerst ärgerlich. Denn während der Zinssatz aufs Tagesgeld nach oben schnellt, bekommt der Kunde immer noch den garantierten Zins, der dann wohl im Vergleich tiefer liegt.

Für das Festgeld nur vertrauenswürdige Anbieter

Eben weil Sparer beim Festgeld ihre Geldanlage nicht einfach abziehen können, sollten sie nur bei vertrauenswürdigen Anbietern ein Festgeldkonto eröffnen. Dabei ist nicht vornehmlich unbedingt das Festgeld mit höheren Zinsen entscheidend, sondern eher der Service sowie die Sicherheit, die eine Bank bietet. Private Geldanleger sollten daher gründlich nach guter Bank, böser Bank recherchieren, bevor sie ihnen ihr Geld anvertrauen.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , , , , , ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0