Gebäude-Versicherung: Leitungswasserschaden durch defekte Dusche ein Versicherungsfall?

WohngebäudeversicherungEine Wohngebäudeversicherung kommt grundsätzlich auch für Schäden durch Leitungswasser auf. Doch muss die Versicherung auch zahlen, wenn der Bodenablauf einer Dusche gebrochen ist? Mit dieser Frage hat sich das Amtsgericht München beschäftigt, wie am Montag bekannt wurde.

Da der Bodenablauf einer Dusche zum Rohrsystem gehört und dieses zu dem versicherten Bereich einer Wohngebäudeversicherung zählt, gilt ein Schaden durch einen gebrochenen Bodenablauf als Leistungsfall.

Kaputter Ablauf sorgt für feuchte Wände

In dem zugrunde liegenden Streitfall hatte der Eigentümer eines Mehrfamilienhauses eine Gebäudeversicherung abgeschlossen. Laut Versicherungsvertrag waren damit Schäden durch Feuer, Sturm und auch Leitungswasser abgesichert.

Der Hauseigentümer wollte seine Versicherung in Anspruch nehmen, als ein Bruch im Bodenablauf seiner Dusche bemerkt wurde, durch den sich Nässe im Haus ausgebreitet hatte. Es war eine Erneuerung des Bodenablaufs und die Entfernung und Neuverlegung von Badfliesen notwendig. Die Kosten für diese Maßnahmen wollte der Mann von seiner Versicherung erstattet bekommen. Doch diese weigerte sich.

Bodenablauf doch Teil der Rohrleitung

Bei der Versicherung argumentierte man, dass der Duschablauf nicht zum Rohrsystem der Wasserversorgung gehöre. Der Leitungswasserschaden sei daher nicht durch eine Mangel an der Leitung entstanden. Am Amtsgericht München sah man das anders (Urteil vom 10.11.2009, Az. 155 C 30538/08). Der Bodenablauf sei sehr wohl Teil der Rohrleitung, analog zu anderen Steckverbindungen im Rohrsystem. Die Versicherung muss also doch für die Kosten durch den Leitungswasserschaden aufkommen.

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