Wohngebäudeversicherung gilt auch bei verspäteter Stehlgutliste

Schmuck versichertReicht ein Kunde einer Gebäudeversicherung nach Meldung eines Einbruchdiebstahls die Stehlgutliste mit Verzögerung ein, darf der Versicherer nicht die Leistung kürzen, so ein kürzliches Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) in Karlsruhe.

Zu den Obliegenheiten eines Versicherungskunden in der Wohngebäude- oder Hausratversicherung wie auch in anderen Versicherungszweigen zählt, einen Schaden unmittelbar dem Versicherer zu melden. Ob er im Falle eines Einbruchdiebstahls dazu verpflichtet werden kann, eine Liste mit dem Stehlgut ebenso unverzüglich mit einzureichen hat, entschied das OLG Karlsruhe (Urteil vom 20.09.2011, Az. 12 U 89/11).

Der Versicherte hatte ordnungsgemäß einen Einbruch mit Diebstahl gemeldet. Der Versicherer hat ihn aber bei Eingang dieser Meldung nicht auf die rechtlichen Folgen hingewiesen, wenn er die Stehlgutliste nicht zeitnah übermittelte. Dem Versicherten, dem unter anderem teurer Schmuck gestohlen wurde, war es nicht leicht, auf die Schnelle eine Liste mit den entwendeten Gegenständen und deren Wert zu erstellen. Der Versicherer wollte daraufhin nur teilweise leisten, weil die Stehlgutliste erst später nachgereicht wurde.

Die Richter in Karlsruhe sahen dies anders. Dem Versicherten könne man keine grobe Fahrlässigkeit vorwerfen. Zumal der Versicherer es versäumt hat, seinen Kunden ausreichend über die Obliegenheiten zu informieren. Der Anbieter der Hausratversicherung muss die voll Summe leisten. Die Revision ist nicht zugelassen.

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