Achtung Sparer: EU blockiert russische Banken

(Bild) EU sanktioniert Russlands BankenNun drückt nicht nur mehr der Niedrigzins die Laue der Sparer, sondern auch eine EU-Blockade gegen russische Banken. Konzerne wie VTB oder die Denizbank zahlten bislang die höchsten Zinsen in Deutschland. Welche Folgen haben die Sanktionen für Verbraucher?

Wer zuletzt auf der Suche nach attraktiven Zinsen gewesen ist, dürfte sich über Angebote wie 2,5 Prozent auf fünf Jahre Tagesgeld sehr gefreut haben. So verlockend das aktuell klingt, kommt das Angebot aber oft aus Russland. Die VTB beispielsweise, lässt kaum ihre Wurzeln erkennen, ist aber zu über 60% in der Hand des russischen Staates. Gegen das russische Kreditinstitut hat die EU nun neue Finanzsanktionen verhängt.

Was macht die EU mit den russischen Banken?

Die Finanzsanktionen der EU kann man als drastisches Erziehungsmittel verstehen. Diese Strafe ist eine Reaktion auf den Ukraine-Konflikt. Russischen Geldinstituten wird es wesentlich erschwert, sich an westlichen Märkten Geld zu besorgen. Dieses Geld ist aber dringend nötig, um unter anderem in Russland die Geschäfte aufrecht zu erhalten. In Russland selbst haben es russische Banken hingegen schwer, an Geld zu kommen, weil die Wirtschaft auf eine Rezession zusteuert. In Zahlen ausgedrückt, flossen von Januar bis Juni 2014 etwa 75 Milliarden Dollar aus Russland ab. Das Geld wiederzubeschaffen, verhindert die EU nun.

Was kümmert mich die Wirtschaft in Russland?

Der Schaden, welcher Russland durch die Sanktionen droht, bleibt nicht auf Russland beschränkt. Alles ist miteinander verknüpft und in Bewegung, wie die Oberfläche eines Sees, in den man einen Stein wirft. So trägt sich die Einschränkung für das russische Finanzsystem auch bis in die EU und nach Deutschland zurück. Unter den Sanktionen könnten mehrere in der Bundesrepublik tätige Banken leiden. Anfällig wären beispielsweise die VTB Direktbank, die ATB und die türkische Denizbank. Alle diese Institute waren bisher für hohe Zinsen bekannt.

Muss ich als Anleger um mein Erspartes zittern?

Sind die russischen Banken nun gezwungen, die durch die Sanktionen wachsenden Finanzlöcher zu stopfen; können sie zumindest zu einem Teil auf das Geld der Kleinanleger zurückgreifen. Mit diesen Geldern arbeiten Banken aber ohnehin stets, sodass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Sorge berechtigt ist. Das erste Warnsignal wäre hingegen, dass die Zinsen gesenkt werden. Dann obliegt es jedem Verbraucher selbst zu entscheiden, ob er dem Kreditinstitut dennoch treu bleiben will. Diesen Moment abzuwarten empfiehlt sich auch daher, dass aktuell noch Ausnahmen für die Sanktionen im Gespräch sind. Hintergrund ist, dass die besagten Geldinstitute rechtlich nicht als russische Bank gelten. Kunden, die bisher nur überlegt haben, zu einer russischen Bank gehen, wird hingegen abgeraten diesen Schritt jetzt zu unternehmen. Für 0,3% mehr Zinsen lohnt es sich nicht, das Geld im Ausland anzulegen.

Das könnte Sie noch interessieren:

Tags: , , , ,

Unsere Autoren

Kommentar schreiben

Service Line

  • Wir beraten Sie gerne persönlich
  • 0800 - 589 589 0