Anlageberatung: Stiftung Warentest tadelt Banken

Foto AnlageberatungWieder einmal steht die Qualität der Anlageberatung der deutschen Banken in der Kritik. Wie schon den unabhängigen Finanzberatern, wird auch den Banken kein gutes Zeugnis in der Beratung von Kunden ausgestellt. Stiftung Warentest zeigt in einer aktuellen Untersuchung auf, wo die Schwachstellen der Anlageberatung bei den deutschen Banken liegen.

Wenn sich Privatpersonen fragen, wie sie ihr Geld vernünftig anlegen wollen, wenden sie sich zumeist an ihre Bank. Die dortige Anlageberatung soll zeigen, welche Geldanlage für die Kunden passt und im besten Fall noch hohe Rendite abwirft. Wie die Stiftung Finanztest jetzt veröffentlicht, beraten jedoch auch die Angestellten der Bank nur selten gut.

Einfache Testsituation bei der Anlageberatung

Fünf Privatbanken und neun Genossenschaftsbanken und Sparkassen wurden in insgesamt 160 Beratungsgesprächen unter die Lupe genommen. Das Szenario: Die Tester gaben an, 45.000 Euro für zehn Jahre anlegen zu wollen. Ein Teil des Geldbetrags durfte mit Risiko angelegt werden, bei Bedarf sollte das Kapital jedoch schnell zur Verfügung stehen. In Sachen Aktien gaben sich die Tester unbedarft.

Nur drei von 23 Banken und Sparkassen gut

Nur für drei Institute und deren Anlageberatung konnte Finanztest das Urteil „gut“ aussprechen. Zwar wurde in den meisten Fällen der Kundenstatus korrekt ermittelt, die empfohlenen Produkte passten jedoch nicht zu den Wünschen der Tester. Vor allem die Risikobereitschaft der Kunden wurde dabei zugunsten hoch provisionierter Finanzprodukte außen vor gelassen. Viel zu oft empfehlen die Mitarbeiter der Bank noch solche Geldanlagen, die ihnen selbst am meisten Boni bringen – in der Regel hauseigene Produkte oder besonders risikobehaftete Fonds. In manchen Banken wurde den Kunden zudem kein Beratungsprotokoll ausgestellt, obwohl es das Gesetz verlangt.

Wie gute Beratung geht, haben im Testverlauf die Sparda-Bank Berlin, die Frankfurter Volksbank und die Nassauische Sparkasse bewiesen. Hier wurde nicht nur der Kundenstatus richtig erfasst, auch die empfohlenen Produkte ergaben einen balancierten Mix aus sicherer Geldanlage, etwa wie festverzinslichen Rentenpapieren und Zinsanlagen, und etwas riskanteren Fonds.

Fragen stellen, Anbieter vergleichen

Wer sich zu einer Anlageberatung in einer Bank entschließt, sollte den Mitarbeitern nicht blind vertrauen. Es macht durchaus Sinn, sich schon Zuhause einige Stichpunkte zu notieren, die einem besonders wichtig sind – etwa die Dauer der Anlage, die gewünschte Flexibilität und vor allem die eigene Bereitschaft zum Risiko. Bei der Beratung selbst können die Anleger dann auch die konkrete Risikoklasse der einzelnen Finanzprodukte erfragen. Für die Dokumentation und den Vergleich mit anderen Anbietern, den man unbedingt anstellen sollte, ist ein Beratungsprotokoll obligatorisch. Wer das Gefühl hat, an den eigenen Interessen vorbei beraten zu werden, sollte in keinem Fall für eine Geldanlage verbindlich unterschreiben.

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Eine Antwort zu “Anlageberatung: Stiftung Warentest tadelt Banken”

  1. Schürmann sagt:

    Eure Artikel sind interessant und informativ. Was mir fehlt ist:
    Es gibt News zum Thema LV:
    Laut eines BGH Urteils können viele Verbraucher die Lebensversicherung und auch Rentenversicherung, die zur Altersvorsorge gehört, mit Anspruch auf Nutzungsentschädigung kündigen, oder auch widerrufen.Vielleicht könntet Ihr darüber ja mal berichten.

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