Banken wollen Gegenleistung für Griechenlandrettung

Die Euro-Finanzminister wollen eine Beteiligung von privaten Gläubigern am nächsten griechischen Rettungspaket – auf freiwilliger Basis. Die Banken fordern Gegenleistungen.

Der Beschluss der Finanzminister sieht vor, dass die privaten Investoren – auf freiwilliger Basis – neue griechische Staatsanleihen kaufen sollen, sobald die alten auslaufen. Dies würde einem Zahlungsaufschub gleich kommen, ohne jedoch den Schuldenstand zu reduzieren. Nach Angaben von Reuters geht es um knapp 30 Milliarden Euro.

Keine Hilfe ohne Gegenleistung

Der Bundesverband der deutschen Banken forderte nun entsprechende wirtschaftliche Anreize, damit die Institute neue Anleihen des verschuldeten Staates kaufen können. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, sprach von einer besseren Bonität der Papiere durch „gewisse Sicherheiten“ – mit Blick auf die in der Diskussion stehenden Staatsgarantien.

Jedoch ist es selbst bei einer Beteiligung des Staates ungewiss, ob sich genug Banken, Versicherer oder Fonds finden werden, die in die Papiere investieren. Laut Reuters sei es in europäischen Reguliererkreisen fraglich, dass sich private Investoren an einer Rettung beteiligen. Dafür stehe für die Banken in Griechenland zu wenig auf dem Spiel.

Geringes Investitionsvolumen

Die deutschen Banken und Versicherer gehören, zusammen mit französischen Instituten, zu den größten Geldgebern Griechenlands. Jedoch sei das Gesamtengagement mit einem Volumen von weniger als 20 Milliarden Euro überschaubar, wie ein Banker gegenüber der Nachrichtenagentur angab.

Finanzkreisen zufolge würde so ein Staatsbankrott die Häuser nicht stark genug treffen, damit sie sich freiwillig an einem Rettungspaket beteiligen. Dazu seien erst wirtschaftliche Anreize nötig. Jedoch sei derzeit noch völlig offen, wie diese aussehen könnten.

„Die Konditionen der neuen Bonds dürfen in jedem Fall nicht schlechter sein als die bisherigen“, sagte ein Banker gegenüber Reuters. Attraktive Anreize wären, Finanzkreisen zufolge, zum Beispiel eine staatliche Garantie, eine höhere Rendite oder eine vorrangige Bedienung im Pleitefall. „Nur wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist, können wir die neuen Anleihen kaufen, um nicht wegen Untreue verklagt zu werden.“

„Freiwilligkeit ist Wunschdenken“

Die Freiwilligkeit ist ein wichtiger Punkt bei der Entscheidung der Finanzminister. Denn wenn die Ratingagenturen den Eindruck bekommen, dass die Banken nur aufgrund politischen Drucks handeln, dürfte das Land als zahlungsunfähig eingestuft werden. Dann wäre es für Athen fast unmöglich sich über den Kapitalmarkt neue Kredite zu beschaffen.

Dies wollen die Staaten der Euro-Zone möglichst verhindern. Für Robert Halver, Finanzexperte bei der Baader Bank, ist eine frewillige Beteiligung an der finanziellen Rettung Athens lediglich Wunschdenken. „Das wird keine Bank machen, die bis drei zählen kann“, sagte er gegenüber dem Radiosender MDR Info.

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