Deutschland bleibt europäisches Zugpferd

Die deutsche Wirtschaft blickt sonnigen Zeiten entgegen. Davon zumindest gehen die Statistiker und Konjunkturexperten der EU-Kommission aus: sie rechnen mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,4 Prozent.

Nach dem rasanten Aufschwung im letzten Jahr fielen die bisherigen Wachstumsprognosen mit 2,2 Prozent im Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung bescheidener aus. Mit der Einschätzung der EU-Kommission wurde diese Zahl um 0,2 Prozentpunkte nach oben korrigiert, wie die dpa heute berichtete.

Anführer des Aufschwungs

Für die gesamte Euro-Zone gehen die Experten in Brüssel von einem realen BIP-Wachstum von 1,6 Prozent aus. Im EU-Schnitt werde der Anstieg mit 1,8 Prozent leicht höher ausfallen. Im Vergleich zum Herbst wurden beide Zahlen um 0,1 Zähler nach oben korrigiert.

„Es wird erwartet, dass Deutschland den Aufschwung anführt“, sagte der EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn am Dienstag. Negative Ungleichgewichte erwarte man wegen der starken deutschen Binnennachfrage nicht. „Das sind gute Nachrichten für Deutschland und Europa“, so Rehn weiter.

Forderung nach Strukturreformen

Grund der positiven Korrekturen seien die besseren Aussichten für die Weltwirtschaft sowie das positive Wirtschaftsklima in der Europäischen Union, so die Experten. Trotz allem bleibe aber die Unsicherheit weiterhin hoch. Auch sei die Entwicklung von Land zu Land sehr unterschiedlich.

Dahingehend forderte Rehn erneut eine „ambitionierte Konsolidierungs- und Strukturreformagenda“, um einen kräftigeren Aufschwung sicherzustellen. Denn auch wenn die letzte Zeit relativ ruhig war, hätte sich die Lage an den Finanzmärkten noch nicht wieder ganz normalisiert.

Inflationsrisiko

Weiterhin große Unsicherheit umgibt die Entwicklung der Lage in den Unruheregionen der arabischen und nordafrikanischen Welt. So wirkten sich die steigenden Energie- und Rohstoffpreise bereits auf die Inflationsprognosen aus, die nach oben korrigiert wurden. Diese liegen derzeit bei 2,5 Prozent für die EU und 2,2 Protenz für den Euroraum.

Positive Akzente könnten vor allem aus Deutschland kommen. „Die Aufwärtsrisiken bestehen darin, dass das robuste Weltwirtschaftswachstum und die Ausstrahlungseffekte der Konjunkturbelebung in Deutschland auf andere Mitgliedsstaaten stärker ausfallen könnten als derzeit erwartet“, so die Autoren der Konjunkturprognose.

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