Die Commerzbank auf dem Pulverfass

(Bild) CommerzbankDie Commerzbank wurde vom Verbraucher durch die Finanzkrise gebracht. Damit es nicht noch einmal soweit kommt, ruft die Europäische Zentralbank (EZB) nun zum Stresstest. Nach ersten Meinungen fällt die Commerzbank aber durch, sodass der Steuerzahler erneut Stütze leisten muss.

Dass die Commerzbank den Stresstest der EZB nicht besteht, ist nicht nur die Befürchtung des Konzerns selbst; sondern vor allem die Meinung einiger Finanzanalysten. Einer von ihnen ist Dirk Becker. Hat Becker Recht, und seiner Meinung liegt dies schon in dem Wort „Stresstest“ begründet, muss der Steuerzahler zur Stärkung der Bank unfreiwillig in die Tasche greifen, um das Eigenkapital der Commerzbank aufzustocken.

Commerzbank verkauft auffällige Wertpapiere zügig

Zu Gute steht der Commerzbank allerdings, dass das Abstoßen auffälliger Papier schneller voran geht, als erwartet. Hierauf entgegnet Becker, dass damit aber auch das Risiko für die Commerzbank steige. Die abgesonderten Anlagen seien zwar jene, die giftig; aber nicht absolut risikohaft sind. Die wirklich schlimmen Papiere aber, so Becker weiter, blieben im Bestand der Commerzbank. Dadurch geht mit dem Vermögensverlust eine Risikosteigerung einher. Da hilft auch Optimismus nicht.

Bank schätzt sich gut vorbereitet ein

Die Commerzbank ließ vor einigen Tagen verlauten, sie sehe dem Stresstest zuversichtlich entgegen, man sei gut vorbereitet. Das Minimum von acht Prozent Asset Quality Review, den die europäische Bankenaufsicht fordert, wird mit etwa 11 Prozent übertroffen. Der Wert gibt an, wie aktiv die Bank bei Qualitätsgeschäften ist. Aus der Differenz zum geforderten Minimum lässt sich das Kapital berechnen, das der Commerzbank als Spielraum bleibt. In diesem Fall sind es rund 7,5 Milliarden Euro, die allerdings durch andere Faktoren, wie negative Bewertungen durch die EZB, noch gemindert werden können. Den 7,5 Milliarden stehen zudem Kredite von 30 Milliarden Euro gegenüber. Dieses große Volumen auffälliger Darlehen ist mit 7,5 Milliarden nicht zu sichern.

Commerzbank mit hohem Risiko

Im Firmenbericht gesteht die gebeutelte Commerzbank das Risiko ihrer Kredite ein. Demnach betrugen die „Problemkredite“ Ende Dezember 2013 rund 15,6 Milliarden Euro, wovon 88 Prozent gedeckt werden können. Analysten zufolge soll die Ausfallquote der Commerzbank aber noch deutlich höher sein, als im Bericht angegeben. Die Diskrepanz entstehe durch eine Beschönigung der Zahlen, indem auf Grundkapital der Schuldner verzichtet wird, während Zinsen weiter gezahlt werden sollen. Die Zinsen sind dabei das Argument, das Darlehen nicht als faul einzustufen. Ein Sprecher der Commerzbank räumt diese Strategie folgendermaßen ein: Es gebe „verschiedene Maßnahmen, die in Abhängigkeit der spezifischen Problemstellung ergriffen werden können.“ Erschwerend kommt nun zur Lage der Commerzbank hinzu, dass auch Gewerbeimmobilien in Spanien Verluste bringen. Derweil stört sich die Bank allerdings nicht daran, die flexible Vergütung der Angestellten mit 300 Millionen höher ausfallen zu lassen, als den Jahresgewinn von 78 Millionen. – Fällt die Commerzbank im Stresstest aus, muss der Steuerzahler der Commerzbank ein neues Eigenkapital stellen; befürchten Beobachter.

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