EZB: Das bedeutet die Leitzins-Nullrunde für Sparer

LeitzinsDie Europäische Zentralbank (EZB) hat am vergangenen Donnerstag wieder einmal die Finanzwelt ins Wanken gebracht. Wie der Rat der EZB in Frankfurt mitteilte, wird der Leitzins im Euroraum auf null Prozent gesenkt.

Weniger geht nicht: Mit null Prozent befindet sich der europäische Leitzins auf einem historischen Tiefpunkt. Im Kampf gegen die Absatzkrise hat EZB-Chef Mario Draghi schon so einige Mittel verlauten lassen, nun ist auch beim Leitzins Nullrunde angesagt. Daneben wurde auch der Strafzins für Bankeinlagen verschärft, er liegt jetzt bei 0,4 statt bisher 0,3 Prozent, wenn Banken Geld bei der Notenbank parken. Die bisherigen Maßnahmen, so etwa Mikrozinsen für Sparer und milliardenschwere Kaufprogramme für Anleihen, haben bisher nicht den gewünschten Effekt gehabt, eine Inflationsrate in Höhe von zwei Prozent zu erreichen. Für Anleger stellt sich spätestens jetzt die Frage, wo sie noch Rendite erwarten können.

Schlechte Aussichten für konventionelle Geldanlagen

Das Sparbuch als klassische Geldanlage nimmt auch 2016 weiter an Bedeutung ab. Zu Recht, sieht man sich den Null-Kurs der EZB an. Perspektivisch wird es immer weniger Zinsen geben und die Banken werden immer mehr Gebühren dafür verlangen, dass sie das Geld der Sparer verwalten. Negativzinsen wird es wohl vorerst noch nicht geben.

Für Fest- und Tagesgeld gibt es bei den Banken noch weniger Zinsen als fürs Sparbuch, und auch hier drohen Gebühren. Wer zumindest von den besten Zinskonditionen am Markt profitieren will, sollte gerade die Anbieter für Tagesgeld miteinander vergleichen und dann zum günstigsten wechseln. Im Vergleich zum Festgeld geht das hier relativ einfach.

Aktien nur bedingt empfehlenswert

Für Privatanleger, die ihre Geldanlagen neu aufstellen wollen, können Fonds jetzt interessanter werden. Abzuraten ist allerdings von kurz angelegten Geldmarkt- und Rentenfonds. Bei Nullzinsen oder steigenden Strafzinsen wird es bei dieser Anlageform immer schwieriger, Rendite zu erzielen. Auch bei Einzel-Anleihen sind es für Kurzzeitanleger nicht gut aus. Sie sind im Vergleich zu den gemischten Fonds sogar noch risikoanfälliger und bieten meist nur Mini-Zinsen. Wer dagegen ältere Staatsanleihen mit höherer Verzinsung besitzt, sollte diese unbedingt halten.

Als langfristige Anlage sind Aktienfonds schon empfehlenswerter, aber nicht hundertprozentig sicher, dessen sollten sich vor allem konventionelle Sparer bewusst sein. Es macht Sinn, seine Ersparnisse nicht vollständig an der Börse zu investieren, denn auch am Aktienmarkt droht die Blasenbildung. Oft reichen schon etwa 20 Prozent des eigenen Vermögens als Investition aus, um eine höhere Gesamtrendite zu erzielen. Am sichersten sind breit gestreute Aktienfonds, wie etwa Indexfonds. Auch wenn der Anlass kein schöner ist: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die eigenen Geldanlagen sorgfältig zu prüfen, und bei Bedarf zu verändern.

Immobilien: Hier lohnt es sich noch

Ein Gutes hat der Nullzins der EZB doch: Für alle die bauen oder eine Immobilie kaufen wollen, wird es zumindest auf absehbare Zeit nicht mehr teurer. Die Bauzinsen könnten zudem weiter sinken, wie es auch der Trend der vergangenen Jahre zeigt. So müssen für Baukredite mit einer Zinsbindung von 20 Jahren aktuell nicht einmal mehr zwei Prozent Zinsen gezahlt werden. Die verschiedenen Anbieter für Baufinanzierung unterbieten sich derzeit bei ihren Konditionen, weshalb sich ein genauer Vergleich sehr lohnen kann.

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