Geldanlage im Ausland: Darauf sollte man achten

(foto) Besserer Kurs für Geldanlagen im AuslandImmer häufiger schielen deutsche Anleger auf lukrative Angebote zur Geldanlage von ausländischen Banken. Denn immerhin gibt es im Ausland noch Zinsen, die sich in Deutschland praktisch nicht mehr finden lassen. Doch je nachdem, woher eine gewinnbringende Offerte lockt, entstehen Risiken, welche Anleger neben den Zinsprozenten im Blick haben sollten.

Geld gewinnbringend anzulegen, ist in Deutschland schon längst keine Kunst mehr sondern schier ein Ding der Unmöglichkeit. Deswegen liebäugeln Anleger zunehmend mit ausländischen Banken, die mit vergleichsweise hohen Zinsen hierzulande Kunden werben. Dabei sollten sie allerdings darauf achten, welche Bank sie ihr Geld anvertrauen.

Geld bei ausländischen Banken anlegen

Führt man spaßeshalber einen Festgeld – Vergleich durch, dann sind es die ausländischen Banken, die die Tabelle anführen. Bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro sowie einer Laufzeit von einem Jahr kann die bulgarische First Investment Bank (Fibank) mit einem Zinssatz von 2,10 Prozent überzeugen. Ebenso gewinnbringend Geld anlegen, kann man bei der tschechischen J&T Banka, die 1,80 Prozent Zinsen bietet. Auf dem dritten Platz reiht sich die polnische Alior Bank mit in die Riege der lukrativen Festgeld – Angebote ein. Sie zahlt Anlegern 1,50 Prozentpunkte für ihr Geld auf dem Festgeld – Konto. Darüber hinaus können die beiden russischen Kreditinstitute Sberbank und VTB Bank mit 1,40 Prozent Zinsen aufs Festgeld locken. Wer sein Geld als Tagesgeld anlegen möchte und Angebote vergleicht, wird ein ähnliches Bild vorfinden.

Geldanlage: Mehr Risiko, mehr Geld

Wie heißt es doch so schön: Wer wagt, gewinnt. Allerdings möchte nicht jeder Anleger unbedingt ein zu hohes Risiko eingehen, weshalb er nicht primär darauf achten sollte, bei welcher Bank er sein Geld anlegt, sondern in welchem Land sich diese Bank befindet.
In einem Artikel der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) werden in Bezug auf das Risiko bei den ausländischen Banken drei Gruppen unterschieden.

In die erste Gruppe gehört eine Bank aus einem europäischen Nachbarland innerhalb der Eurozone. Hierzu zählt beispielsweise die französische Renault Bank, welche auch der Einlagensicherung des Landes unterliegt. Zwar lässt sich nicht gänzlich ausschließen, dass die Bank eventuell früher oder später pleitegeht, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit dann nicht sehr hoch, dass die entsprechenden Sicherungssysteme ausfallen. Folglich bekommen Sparer dennoch ihr Geld zurück.

Zur zweiten Kategorie zählen Banken außerhalb der EU, welche jedoch ihre europaweiten Geschäfte über Tochtergesellschaften innerhalb der Europäischen Union betreiben. Das sind zum Beispiel die russische Sberbank sowie VTB Bank, denn diese haben Tochtergesellschaften in Österreich, womit Geldanlagen wiederum unter die EU-Einlagensicherung fallen. Allerdings ist gerade bei den beiden Kreditinstituten bislang noch nicht klar, ob und wie sich die Sanktionen gegen Russland eventuell irgendwann auf das Geld der Sparer in Österreich auswirken werden.

Die letzte Gruppe bilden die Banken, deren Land de facto zur EU jedoch nicht zur Eurozone gehört, wie etwa die bulgarische Fibank. Zwar müssen alle Länder der Europäischen Union Einlagen bis zu 100.000 Euro garantieren, allerdings besteht ein potentielles Währungsrisiko, sollte die Bank insolvent sein. Dann kann es nämlich passieren, dass eine Entschädigung in der entsprechenden Landeswährung erfolgt, womit Sparer erheblich weniger Geld aufgrund von starken Währungsunterschieden zurückbekommen könnten.

Zentrale Frage: Wo lege ich mein Geld an?

Max Herbst von der Frankfurter FHM-Finanzberatung sagt, dass er sich eher das Land anschauen würde, in welchem die Bank liegt, als weniger das Kreditinstitut selbst. Schließlich könnten private Anleger relativ wenig mit dem Rating der Banken anfangen, außerdem wäre dieses auch kein Garant dafür, dass eine Pleite ausgeschlossen ist. Vielmehr sei es sinnvoller, zunächst die Einlagensicherung des jeweiligen Landes zu beleuchten und dann zu entscheiden, ob man sein Geld ruhigen Gewissens dort anlegen möchte.

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Eine Antwort zu “Geldanlage im Ausland: Darauf sollte man achten”

  1. Harald sagt:

    je mehr man im Ausland darüber nachdenkt anzulegen desto schwieriger und teurer wir dauch die steuerliche Planung. Das vergessen leider die meisten Menschen in die Berechnung der Rendite miteinzubeziehen!

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