Anleitung um eine günstige Geldanlage zu finden

(Bild) GeldanlageViele Verbraucher wollen ihr Geld vor der Inflation schützen, wollen es vermehren und eine Geldanlage nutzen. Das Vertrauen zu den Banken und ihrer fairen Beratung ist derweil aber schwach. Am ehrlichsten berät man sich schließlich nur selbst. Wie man eine günstige Geldanlage selbst findet, verrät Geld.de.

Der Mythos von der Geldanlage

Gleich vorweg: Die „beste Geldanlage“ ist ein Mythos. Es hat noch niemand geschafft, aus dem Nichts Geld zu schaffen. Märchen und Legenden davon, wie man durch die richtige Anlage zum Millionär geworden ist, sind Traumgeister oder verheimlichen zumindest, dass schon zuvor eine Menge Geld im Spiel war, die, wenn sich davon nur ein Bruchteil vermehrt, einen dennoch erstaunlichen Zugewinn abwirft. Es bewahrheitet sich die alte Weisheit: Von nichts, kommt nichts!

Günstige Geldanlage ist individuell

In der Realität ist die „beste Geldanlage“ somit kein pauschales Modell, sondern kann ganz unterschiedlich aussehen. Schließlich gibt es auch nicht den einen „besten Schuh“, sondern viele verschiedene, die je nach Fuß bequem sind oder nicht. Und so wie Fuß zum Schuh zueinander passen sollten, so verhält es sich auch mit einer günstigen Geldanlage und dem Anleger: Sie passen zueinander.

Was ist eine günstige Geldanlage?

Eine günstige Geldanlage zeichnet sich somit durch zwei bedeutende Merkmale aus. Erstens wirft sie natürlich Geld ab, sonst wäre sie ja nicht lohnenswert. In finanzieller Hinsicht müssen also die Zinsen gut sein, damit das Geld für den Anleger möglichst schnell arbeitet und eine hohe Rendite abwirft. Zweitens ist die günstige Geldanlage wie soeben beschrieben passend zu den individuellen Finanzen. Sie wird den persönlichen Möglichkeiten gerecht. Dies ist der wohl am häufigsten übersehene Punkt, wenn eine Entscheidung zum Anlegen von Geld getroffen wird. Nicht die Zinsen, die Banken gerne in den Vordergrund rücken sind für den Anfang entscheidend, sondern die Laufzeit und das nötige Sparen. Der bessere Anleger weiß daher: Der Weg ist das Ziel. Sprich nicht was rauskommt zeichnet die Anlage primär aus, sondern wie sich der Weg dorthin gestaltet.

Anlegen nach persönlichem Profil

Der wertvolle Rat für Menschen auf der Suche nach einer günstigen Geldanlage, für Leute auf der Suche nach bester Rendite und für jene, die noch zwischen Tagesgeld und Festgeld schwanken; lautet daher: Anlegen nach persönlichem Profil. Denn eine noch so rentable Geldanlage ist nichts wert, wenn man während ihrer Laufzeit sparen muss, weil alles andere Geld unerreichbar in der Hand der Bank ist. Umgekehrt kann es aber auch nicht optimal sein, dass die Geldanlage absolut flexibel ist, jedoch zu schwach verzinst wird. Hier muss man also seinen eigenen Mittelpunkt finden, der ganz von der finanziellen Lage des Einzelnen abhängt. Dies führt zugleich über zur Frage, welche Art der Geldanlage für wen geeignet ist.

Persönliche Flexibilität abschätzen

Als Grundsatz für Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld, bei denen es Zinsen gibt, gilt, dass je mehr Flexibilität man von den Banken erhält, die Zinsen umso geringer ausfallen. Mit der Flexibilität ist in diesem Fall gemeint, wie zugänglich das angelegte Geld bei der Bank ist. Ein Beispiel im Groben zeigt der Vergleich von Tagesgeld und Festgeld. Tagesgeld steht trotz der Geldanlage täglich zur Verfügung, bleibt somit sehr flexibel, wird aber mit nur zirka 1,4 Prozent (Cortal Consors, aktueller Platz 1 im Tagesgeld bei Geld.de) verzinst. Festgeld hingegen, mit fester Laufzeit und fester Anlagesumme wird von den Banken derzeit mit bis zu 2,25 Prozent (Crédit Agricole) gutgeschrieben. Daher sollten sich Anleger über folgendes im Klaren sein: Erfolgreich Geld anlegen bedeutet, auf Geld zu verzichten. Die Laufzeit einer festen, unflexiblen Geldanlage sollte somit nur so lang bemessen werden, wie man sich selber versichern kann, ohne die Anlagesumme auszukommen. Abhängig davon ist wiederum auch die Höhe der angelegten Summe Geld.

Nur verfügbares Geld anlegen

Neben der Variable der Flexibilität, ist für eine persönlich günstige Geldanlage noch die Anlagesumme entscheidend. Banken haben ein großes Interesse daran, möglichst viel Geld in Festgeld, Tagesgeld oder andere Anlagen investiert zu bekommen. Die Bank wird darum nicht unbedingt eine ideale Summe vorschlagen. Sparer sollten sich genau überlegen, wie viel Geld sie unter dem Kopfkissen behalten möchten, um noch sicher schlafen zu können und wie viel Geld sie ihrer Bank leihen möchten. Denn letztlich handelt es sich beim Anlegen um einen Leihprozess vom Kunden weg, hin zur Anlage. Je kleiner die Anlagesumme, desto länger sollte die Laufzeit gewählt werden, damit sich die Zinsen überhaupt lohnen. Je länger aber die Laufzeit ist, desto größer ist das Risiko, das angelegte Geld im Ernstfall zu benötigen. Eine Reparatur, ein gesundheitliches Problem oder andere, unvorhergesehene Fälle dürfen nicht die private Liquidität beeinträchtigen!

Die günstige Geldanlage ist gefunden

Hat man all diese Zusammenhänge gründlich und ehrlich durchdacht, ist man der optimalen Geldanlage sehr nahe. Aus den oben erläuterten Gegensätzen von Sparsumme vs. Liquidität, Anlagesumme vs. Laufzeit sowie Flexibilität vs. Zinsen lässt sich sogar das individuelle Mustermodell errechnen, das der persönlichen Geldanlage optimal entspricht. Ein fiktionales Rechenbeispiel:

Max Mustermann:

„Ich habe 10.000,- Euro unter dem Kopfkissen gespart (Sparsumme), möchte zu meinem monatlichen Einkünften aber noch 2.000,- Euro flüssig auf der hohen Kante behalten, (Liquidität) um auf Zwischenfälle reagieren oder Anschaffungen leisten zu können. Die übrigen 8.000.- Euro (Anlagesumme) entsprechen gegenüber meinen persönlichen Einkünften einem eher kleinen Betrag, den ich schnell neu anspare. Somit kann ich auf die 8.000,- Euro locker fünf Jahre verzichten (Laufzeit), bis ich vielleicht ein Haus kaufe oder die Anlage wechseln mag. Und weil die Anlage in dieser Zeit auch unangetastet bleiben kann (Flexibilität), erhoffe ich mir eine bessere Rendite (Zinsen).

Mustermodell bei Banken suchen

Der letzte Schritt besteht nun darin, das „Mustermodell Geldanlage“ in der Realität ausfindig zu machen. Im obigen Beispiel handelt es sich aufgrund der langen Laufzeit beispielsweise um Festgeld. Die Anlagesumme beträgt 8.000,- Euro; angetastet werden muss das Geld während der Laufzeit von fünf Jahren nicht. Fündig werden könnte Max Mustermann nun auf Internetseiten mit Festgeld im Vergleich, wie auch hier auf Geld.de. Dort findet er für seine Anlagesumme und Laufzeit die Credit EuropeBank als Bank mit den aktuell besten Zinsen von 2,2 Prozent. Das entspricht einer Rendite von 880,00 Euro, ohne das Max dabei ein finanzielles Risiko eingehen oder spekulieren musste.

Professionelle Geldanlage als Nebenjob oder Altersvorsorge

Professionell würde Max nun noch vorgehen, wenn er sein Geld nicht nur bei einer Bank in das Festgeld investiert, sondern bei mehreren Banken zu unterschiedlichen Zeitpunkten. So könnte er die nächsten gesparten 8.000,- Euro erneut, aber woanders anlegen. Sobald die Rendite der ersten Anlage ausgeschüttet ist, könnte er zudem auch die 8.880,- Euro wieder neu investieren und so selbst für einen Zinseszinseffekt sorgen. Anfangs wäre das sehr mühselig, doch Exponentielles Wachstum ist unberechenbar. So wächst Max Sparstrumpf bald rasant an, Max wird unabhängiger von der einzelnen Bank und ist auch gegen Zinsschwankungen unempfindlicher. Nach schon zwei Durchläufen beträgt die Rendite knapp 976,- Euro und Max’ Guthaben ist auf knapp 10.000,- Euro gewachsen. Nach fünf Durchläufen seines Sparmodells würde Max mit den 2,2 Prozent Zinsen auf seine anfangs 8.000,- Euro letztlich eine Rendite von über 5.480,- Euro angespart haben und somit im Schnitt jährlich knapp 220,- Euro mehr erwirtschaften, als ohne Geldanlage. Würde Max das Geld weiter arbeiten lassen und sein Sparmodell bis in das Rentenalter fortführen, könnte er nach 45 Jahren aus seinen einstigen 8.000,- Euro Festgeld zuzüglich ganze 10.437 Euro Altersvorsorge beziehen, ohne kaum einen Finger dafür bewegt zu haben.

Musterbeispiel II zum Zinseszinseffekt

Doch selbst bei 6.500,- Euro Festgeld mit 2,2% auf einen Intervall von nur drei Jahren wird der exponentielle Effekt einer professionellen Geldanlage schnell deutlich. Nach 15 Jahren sind aus 6.500,- Euro 8.338,- geworden. Nach 30 Jahren sind es 10.694,- Euro.
Auf selbem Wege kann sich jeder selbst errechnen, welches die günstige Geldanlage im Vergleich zu seinen persönlichen Bedürfnissen ist – die Grundprinzipien sind erläutert, aber eine Universalantwort gibt es leider nicht.

Musterbeispiel II
Summe im Jahr 0: 6.500,-
Summe im Jahr 3: 6.832,-
Summe im Jahr 6: 7.181,-
Summe im Jahr 9: 7.548,-
Summe im Jahr 12: 7.933,-
Summe im Jahr 15: 8.338,-
Summe im Jahr 18: 8.764,-
Summe im Jahr 21: 9.211,-
Summe im Jahr 24: 9.681,-
Summe im Jahr 27: 10.175,-
Summe im Jahr 30: 10.694,-

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