Niedrige Inflation treibt Tagesgeld ins Plus

(foto) Tagesgeld: Realzins geht leicht ins PlusTagesgeld, Festgeld und Co. sind schon seit einiger Zeit kaum mehr der Rede wert. Denn hier sind die Zinsen derart niedrig, dass noch nicht einmal die Inflationsrate ausgeglichen werden kann – so zumindest der Vorwurf. Doch nun hat ein Finanzexperte festgestellt, dass das Tagesgeld dank der niedrigen Inflation wieder leicht ins Plus gerutscht ist.

Sparer, die noch immer dem Tagesgeld treu bleiben – wenn auch bloß aus schierer Alternativlosigkeit – können sich nun freuen. Das Tagesgeld fährt nämlich trotz niedriger Nominalzinsen erstmals wieder Rendite ein. Dies geht zumindest aus einer Berechnung des Geschäftsführers von Barkow Consulting Peter Barkow hervor. Demnach sei das Tagesgeld wieder leicht im Plus, sofern man die Inflation berücksichtigt.

Tagesgeld: Nominalzins vs. Realverzinsung

Wer sein Geld anlegt, muss stets beachten, dass der Nominalzins auf eine Geldanlage nicht der realen Verzinsung entspricht. Genau dies gilt auch für das Tagesgeld, so sprechen Experten häufig von der Realrendite, welche die Verzinsung nach Abzug des Kaufkraftverlustes durch die Inflation meint. Seit dem Jahr 2003 lag die Realrendite laut Barkow durchschnittlich bei minus 0,5 Prozent. Nur 2009 bewegte sich der Realzins aufs Tagesgeld im positiven Bereich. Zu diesem Zeitpunkt erreichte die Finanzkrise gerade ihre Hochphase, sodass Banken mit der Auszahlung einer Liquiditätsprämie versuchten, Spargeld heranzuziehen, wie Barkow erklärt. Doch seit dem Jahr 2010 lag die Realverzinsung erneut im negativen Bereich.

Tagesgeld brachte erstmals wieder Realrendite

Doch dies hat sich im Dezember 2014 zum ersten Mal nach vier Jahren geändert. Denn real – kurzum abzüglich der Inflation – warf das Tagesgeldkonto eine Rendite von plus 0,05 Prozent ab. Zugegeben ist das noch nicht die Welt, jedoch bringt es damit nun immerhin Gewinn ein. Denn seit 2010 sanken die Zinsen stets schneller als die Inflationsrate, womit eine Rendite in diesem Zeitraum schlicht und ergreifend unmöglich war.

Tagesgeld: Entwicklung zugunsten der Sparer

Derzeit können die Tagesgeld-Sparer von einem beinahe deflationären Umfeld profitieren, so Barkow. Denn die Nominalverzinsung sowie die Inflationsrate seien so niedrig wie zuvor noch nie – eine „absolute Ausnahmesituation“ meint der Finanzexperte. Barkow nimmt sogar an, dass der Trend zugunsten der Anleger weitergehen könnte. Denn die Realverzinsung sei auch schon im November 2014 gestiegen, womit eine leichte Tendenz nach oben erkennbar wird.

Das aktuell beste Tagesgeld

Wer in Anbetracht dieser Tatsachen jetzt doch noch erwägt, ein Tagesgeldkonto zu eröffnen, der sollte einen Tagesgeld-Vergleich durchführen, um ein rentables Angebot zu finden. Derzeit bietet die Sperbank bei einem Anlagebetrag von 15.000 Euro einen Nominalzins von 1,30 Prozent. Auch die Tagesgeldkonten der ING-DiBa sowie der Wüstenrot mit einer Verzinsung von 1,25 Prozent können sich sehen lassen. Wer 15.000 Euro bei der Consorsbank anlegen möchte, erhält hier 1,20 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld.

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