Sony: Hacker stehlen Daten von 77 Millionen Kunden

Es war ein Diebstahl sondergleichen: durch einen Hackerangriff wurden persönliche Daten von 77 Millionen Nutzern der Sony-Spielekonsole PlayStation gestohlen.

Wie das japanische Unternehmen am Dienstag in seinem amerikanischen PlayStation-Blog mitteilte, seien die Kunden der Plattform „PlayStation-Network“ betroffen. Dort kann man sich Spiele im Internet kaufen und auch gegeneinander antreten. Eine „illegale und nicht autorisierte Person“ habe sich Zugriff zu Namen, Anschriften, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten, User-Namen, Passwörtern, Login-Details und weiteren sensiblen Daten verschafft.

Bemängelte Informationspolitik

Die genauen Umstände und Hintergründe sind noch unklar. Wie das Unternehmen mitteilte, gebe es keine Hinweise, dass auch Kreditkartendaten gestohlen worden seien. Dies sei jedoch nicht auszuschließen. Wie Reuters berichtete beschweren sich nun viele Kunden in Blogs und Foren über die Informationspolitik von Sony. Sie monieren, dass die Aktion nicht sofort öffentlich gemacht wurde.

Laut Sony fand der Angriff zwischen dem 17. und 19. April statt. Am 19. April bemerkte man diesen, worauf das System sofort heruntergefahren wurde. Öffentlich gemacht wurde das Ereignis aber erst am 26. April. Wenige Stunden vorher stellte das Unternehmen noch seinen Tablet-Computer in Japan vor. Ein Firmensprecher sagte diesbezüglich, dass es „einige Tage forensischer Untersuchungen“ gebraucht habe, um Klarheit zu haben. Unterdessen sei auch eine externe Sicherheitsfirma engagiert worden.

PlayStation ist Sonys wichtigstes Produkt

Die Nutzer der aktuellen PlayStation müssen nun seit einer Woche auf den Onlince-Service verzichten. Wie Sony mitteilte, könne der Dienst aber innerhalb einer Woche wieder hergestellt werden. Eingeführt wurde das Netzwerk im Herbst 2006, welches Konsolen-Besitzern neben Spielen auch Musik und Filme anbietet. Mitte März diesen Jahres gab es 77 Millionen registrierte Kunden, die meisten davon in den Vereinigten Staaten und Europa.

Für Sony bedeutet der Hackerangriff vor allem ein Imageverlust. Trotz weltweit zurückgehender Soft- und Hardwareumsätze bei Video-Spielen bleibt die PlayStation als eines der prestigeträchtigsten Produkte Sonys Gewinnbringer. Video-Spiele sollen auch dafür sorgen, mehr Kunden für den neuen Tablet-Computer des Unternehmens zu begeistern. Der Verkauf soll noch in diesem Jahr anlaufen.

Zugang über verseuchte E-Mail

Experten gehen davon aus, dass Hacker den PC eines Administrators übernehmen konnten und sich so Zugang zum Netzwerk und den Kunden-Daten verschafften. Es wird vermutet, dass der Administrator eine mit Schadsoftware versehene E-Mail geöffnet habe .

Versicherer warnen seit langem vor der zunehmenden Bedrohung durch Hacker-Angriffe. Besonders hoch könnten die Schäden bei IT-Ausfällen an der Börse, bei Telekom- und Mobilfunkunternehmen, im Flug- und Bahnverkehr oder etwa bei Banken ausfallen. Der Versicherungsmarkt hierfür ist allerdings noch recht beschaulich aus. Die meisten Policen werden in den USA abgeschlossen, was vor allem an den hohen Schadensersatzklagen liegt. Dort werden vor Gericht häufig rund 200 Dollar pro gestohlenem Datensatz angesetzt.

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