Tagesgeldkonto: So beliebt, so unrentabel

Bild Tagesgeldkonto oder AktienÄngstlich und verunsichert – so scheinen sich die Deutschen zu fühlen, wenn es ans Thema Sparen geht. Obwohl es kaum noch Zinsen auf das Ersparte gibt, wagen viele Anleger keine riskanten Schritte, sondern parken ihr Geld dort, wo es garantiert keine Rendite bringt.

Wie die Bundesbürger mit ihrem Geld umgehen, zeigt eine aktuelle Kurve, die das Sparvolumina auf Tagesgeldkonten verdeutlicht. Demnach setzen die Deutschen verstärkt auf ihr Tagesgeldkonto und lagern große Summen dort. Experten interpretieren dieses Verhalten als Zeichen von Hilflosigkeit.

Tagesgeldkonto mit starkem Zulauf

Die Niedrigzinspolitik der EZB bringt auch für die deutschen Anleger Schwierigkeiten mit sich. Obwohl es beim Tagesgeld zum großen Teil kaum noch Zinsen gibt, haben die Bundesbürger seit 2012 wieder 63 Milliarden Euro aufs Tagesgeldkonto geschafft – denn sie wissen nicht, wo sie es sonst gewinnbringend anlegen sollen. Beim Tagesgeld, da ist man sich hierzulande einig, kann man wenig falsch machen. Das ist auch richtig. Genauso richtig ist aber auch, dass sich das Ersparte auf dem Tagesgeldkonto eben kaum noch vermehrt, obwohl genau das vielleicht dringend notwendig wäre. Allein im April dieses Jahres kamen rund 20 Milliarden Euro frisch auf die deutschen Tagesgeldkonten von Privatpersonen, was dem fünftstärksten Monat aller Zeiten entspricht. Insgesamt liegen mehr als 1,1 Billionen Euro auf den Tagesgelddepots der Deutschen. Das spricht für das Bedürfnis, einerseits das Geld sicher zu wissen und andererseits, es jederzeit einer anderen Sparform zuführen zu können. De facto belassen viele Privatsparer es aber beim Status quo. Auch wenn andere Anlageformen sehr viel ertragsreicher scheinen, denn Tagesgeld mit Top-Zinsen gibt es nur noch selten.

Alternative: Aktien mit langfristigem Sparplan

Vor Aktien als Alternative zum Tagesgeldkonto scheinen sich die deutschen Anleger dagegen zu scheuen. Zu unsicher, zu gefährlich, so ist die einhellige Meinung bei den Bundesbürgern. Gerade auf lange Sicht und mit viel Geduld kann der Aktienmarkt reichlich Rendite abwerfen. Wer etwa seit 1959 monatlich 100 Euro in den Deutschen Aktienindex (Dax) eingezahlt hätte, könnte heute rund 750.000 Euro in seinem Spardepot aufweisen. Unverzinst käme der Sparer nur auf 68.100 Euro. Experten gehen davon aus, dass es bis über das Jahr 2020 hinaus für Sparer null Prozent Zinsen bei den Banken gibt, ob sich das Blatt danach wendet, ist weiter ungewiss. Für Anleger ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um in die Aktienmärkte einzusteigen, die sich in Krisenzeiten oft als Fluchtwährung bewiesen haben.

Keine Rendite ohne Risiko

Sein Geld in Aktien anzulegen, birgt in jedem Fall Risiken. Bei Krisen rutscht der Wert des eigenen Sparplans schnell unter die Summe der eingezahlten Beträge. Hier heißt es, geduldig sein, und nicht vorschnell verkaufen, um den Ausflug in die Welt der Aktien mit einem dicken Minus abzuschließen. Statistisch dauert eine Minus-Ära maximal 16 Jahre. Für Verbraucher mit langfristigem Sparplan wäre im Ernstfall auch diese Zeit überbrückbar. Statt das Geld aufs Tagesgeldkonto zu packen, könnten gerade die Sparer mit langfristigen Plänen sich auf die Aktienmärkte fokussieren. Ein fester Sparplan gibt die Linie vor und schützt gleichermaßen vor unüberlegten Transaktionen. Gedanklich vorbereiten sollten sich Aktien-Einsteiger jedoch darauf, dass der Wert des Portfolios über die Jahre stark schwanken kann. Unter Umständen ist er zum geplanten Ende des Sparplans niedriger als noch einige Jahre zuvor. Klar ist jedoch – solange sich die Geldsumme am Aktienmarkt vermehrt, ist sie immer noch einträglicher, als wenn sie auf dem Tagesgeldkonto geparkt wird.

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